Universität trifft Spitzensport
Redaktion (uni:view) | 26. Juni 2013Hoher Besuch auf der Schmelz: Bundesminister Karlheinz Töchterle, Skisprung-Legende Toni Innauer und Rektor Heinz W. Engl besuchten am Dienstag, 25. Juni, das Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien. Anlass war ein Treffen mit studierenden AthletInnen der Sommeruniversiade 2013.

Am Dienstag, 25. Juni, wurde das Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport (ZSU) der Universität Wien zum Treffpunkt für prominente Gäste aus Politik, Wissenschaft und Sport (v.l.n.r.): Zentrumsleiter Arnold Baca, Rektor Heinz W. Engl, ehem. Spitzensportler und Skisprung-Trainer Toni Innauer und Bundesminister Karlheinz Töchterle. "Österreichs Universitäten sind ein wesentliches Element für den Breiten- und Spitzensport. Sei es durch Ausbildung, Forschung oder der Bereitstellung sportlicher Infrastruktur. Zudem bieten sie jungen Nachwuchshoffnungen die Möglichkeit, sich in sportlichen Wettkämpfen, wie etwa der Universiade, mit den besten StudierendensportlerInnen der Welt zu messen", so der Wissenschafts- und Forschungsminister.

Trotz des schlechten Wetters trafen die Gäste gut gelaunt im Foyer des ZSU II auf der Schmelz ein. Den herzlichen Empfang übernahm Zentrumsleiter Arnold Baca persönlich. "Die Ergebnisse sportwissenschaftlicher Forschung sind potenziell für alle Handlungsfelder des Sports, wie den Kinder- und Jugendsport, den Fitness- und Gesundheitssport und den Rehabilitationssport, jedenfalls aber auch für den Leistungs- und Spitzensport von hoher Relevanz. Hier lassen sich aus wissenschaftlichen Erkenntnissen einerseits leistungsverbessernde und trainingspraktische Maßnahmen ableiten, andererseits ergeben sich theoretische Grundlagen für innovative sportinformatische und sporttechnologische Entwicklungen", erklärte der "Hausherr".
Das USI freut sich pro Jahr über 43.000 TeilnehmerInnen. Das Angebot umfasst 2.473 Kurse in 203 Sparten. "Die Vorbereitung auf die Teilnahme an der Universiade ist die Königsdisziplin der Trainingsbetreuung", ergänzte Rektor Heinz W. Engl, der in diesem Zusammenhang auf die stark interdisziplinäre Ausrichtung des Universitäts-Sportzentrums hinwies.

Da die Besichtigung der Leichtathletik-Außenanlage aufgrund des Regens leider nicht stattfinden konnte, wurden die Anwesenden kurzerhand auf eine interessante Führung durch die Institutsräumlicheiten eingeladen. Dabei fand man sich zunächst in einem speziellen Raum im vierten Stockwerk ein, wo die vielseitigen Möglichkeiten moderner kardiopulmonaler Funktionsdiagnostik präsentiert wurden. "Laufband und Fahrradergometer dienen der Funktionsdiagnostik von Herz und Lunge unter körperlicher Belastung im Labor", erläuterte Rochus Pokan vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien.

"Die Funktionsdiagnostik von Herz und Lunge ist sowohl für SpitzensportlerInnen im Trainingsprozess als auch für die PatientInnen die das 'Medikament der körperlichen Aktivität' einnehmen, ein unverzichtbares Mittel der Trainingsüberwachung", betonte Pokan im gemeinsamen Gespräch mit Minister, Rektor und Zentrumsleiter.

Dann ging es auch schon weiter zur nächsten Station des Rundgangs: einem Treffen mit studierenden AthletInnen, die an der diesjährigen Sommeruniversiade 2013 teilnehmen. Diese findet vom 6. bis 17. Juli in Kazan (Russland) statt und ist die größte Sportveranstaltung nach den Olympischen Sommerspielen. In diesem Jahr werden knapp 12.000 Studierende aus aller Welt erwartet – darunter 34 ÖsterreicherInnen. Rektor Engl und Minister Töchterle ließen es sich nicht nehmen, den anwesenden studentischen AthletInnen der Universität Wien noch rechtzeitig persönlich "Alles Gute!" für die kommenden internationalen Wettbewerbe zu wünschen.

Aber auch die österreichischen NachwuchssportlerInnen ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, um für ein gemeinsames Gruppenfoto zu posieren.

Nach dem Aufblitzen der Kameras demonstrierten Rudersport-Studenten ein mit diverser Messtechnik ausgestattetes Ruderergometer auf sogenannten "Slides". "Diese Kombination aus Ergometer und Slides erlaubt es dem Athleten, die ruderähnliche Bewegung so auszuführen, das sie mehr der Situation im Wasser ähnelt. Dabei wird nicht wie beim stehenden Ergometer der Ruderer beschleunigt, sondern das sich unter ihm befindliche Ergometer-System", schilderten die Sportler die Vorteile dieser Methode.

Anschließend wurde den Gästen noch die Funktionsweise des "Mobile Coaching"-Systems veranschaulichte. "Durch die Miniaturisierung von Sensor- und Computertechnologien und die Möglichkeit der drahtlosen Datenübertragung werden sportrelevante Kenngrößen unter realen Bedingungen aufgezeichnet, übertragen und ausgewertet. AthletInnen können dadurch während des Trainings Feedback bekommen, wie z.B. Anweisungen zur Veränderung der Laufgeschwindigkeit bei einem Langstreckenlauf", beschrieb Arnold Baca die innovative Technologie bei einer kurzen Demonstration.

Zum Abschluss überreichte der Zentrumsleiter dem Minister – der sich selbst gerne auf Skiern und Fahrrad sportlich betätigt –, noch eine kleine Aufmerksamkeit: Das Buch "Motor bin ich selbst. 200 Jahre Radfahren in Wien". (Text und Fotos: Markus Steiner)