Rektor Engl im Interview zu neuem Motto und "Semesterfrage"

In einem Interview anlässlich des Dies Academicus spricht Rektor Heinz W. Engl u.a. über den neuen Leitspruch der Universität Wien "Offen für Neues. Seit 1365", die kürzlich gestartete Initiative "Semesterfrage", die Neuordnung der Life Sciences und den Ausbau der Neurowissenschaften.

Der Leitspruch "Wir stellen die Fragen. Seit 1365" wird im 651. Jahr des Bestehens in "Offen für Neues. Seit 1365" umgewandelt, so Rektor Engl anlässlich des "Dies Academicus" der Universität, der heuer am 11. März gefeiert wurde. Im Jahr eins nach dem 650-Jahr-Jubiläum will der Rektor einen größeren Schwerpunkt auf die "dritte Mission" der Universitäten in Erweiterung von Forschung und Lehre legen – also einerseits Aktivitäten zum stärkeren Transfer von Innovationen in die Wirtschaft setzen und andererseits gesellschaftliches Engagement, wie etwa in der Flüchtlingsfrage, in den Fokus rücken.

Semesterfrage

In Zusammenarbeit mit der Tageszeitung "Der Standard" wird jedes Semester eine "Semesterfrage" zunächst online und dann im Rahmen einer großen Veranstaltung diskutiert: "Da wird es immer um eine Fragestellung gehen, die die Gesellschaft derzeit bewegt und wo die Universität glaubt, mit ihrer Expertise einen Beitrag sowohl zur Diskussion als auch zur Lösung leisten zu können", erklärt Rektor Engl. Die erste Semesterfrage lautet "Wie verändert Migration Europa?".


Life Sciences neu

In den nächsten Monaten wird die Universität Wien zudem einen Beitrag zur Neuordnung der Life Sciences in Wien in Angriff nehmen, so Engl. Dazu habe sie gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und der Medizinischen Universität Wien (MUW) eine Initiative gestartet. Die Universität Wien will sich gemeinsam mit der ÖAW und der MUW auch in gesamtösterreichischen Prozess zum Thema einbringen, dessen Auftaktveranstaltung am 18. April über die Bühne gehen soll: "Da geht es darum, wie wir die Institutionen inhaltlich, aber vielleicht auch organisatorisch, ressourcentechnisch miteinander vernetzen."

Biologie übersiedelt nach St. Marx


"Für die Universität Wien ein ganz zentrales Projekt ist, die gesamte Biologie aus der Althanstraße nach St. Marx zu übersiedeln", ergänzt der Rektor. Das derzeitige Biologie-Zentrum in der Althanstraße in Wien-Alsergrund entspricht mittelfristig nicht mehr den Brandschutz- und Arbeitnehmerschutzbestimmungen. Daher plant die Universität Wien schon seit längerem eine Übersiedlung nach St. Marx, wo bereits die Molekularbiologie, ÖAW-Einrichtungen sowie das Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP) angesiedelt sind: "Dafür haben wir noch im Vorjahr die schriftliche Zusage von Vizekanzler und Finanzminister bekommen. Das steckt zwar noch ein bisschen im Aktenlauf, wir rechnen aber fest damit, dass dieses neue Gebäude entsteht", so Engl. Dies umfasse auch neue Forschungsinfrastruktur im Laborbereich.

Ausbau der Neurowissenschaften und neue Masterstudien

An der Universität Wien neu aufgebaut werden soll auch der Bereich der Neurowissenschaften: "Da haben wir schon vieles, was gut dazupasst – vor allem eine starke Kognitionsforschung", betont Engl. "Der Bereich Neurosciences wird derzeit international stark ausgebaut." Die Universität Wien werde zusätzlich zu den vorhandenen Ressourcen in diesem Feld einige Professuren ausschreiben und in diesem aktuellen Gebiet mit der Meduni Wien und mit dem Institut of Science and Technology (IST) Austria kooperieren. Auch neue interdisziplinäre Masterstudien sollen an der Universität entstehen. Als Beispiele nannte Engl die Bioinformatik, Interdisziplinäre Osteuropastudien, "Zeitgeschichte und Medien" sowie "Philosophy and Economics". (APA/red)

Ausstellungsstücke

Ausstellung "Innovation durch Grundlagenforschung"
Bis 23. April ist die Schau über bedeutende Ergebnisse der Grundlagenforschung, die an der Universität Wien ihren Ausgang nahmen, in der Aula zu sehen, danach wandert sie durch die Standorte. "Da geht es etwa um den Zusammenhang der Forschungen eines Christian Doppler mit GPS-Systemen oder um die mathematischen Modelle von Johan Radon und die Computertomographie", schildert Rektor Heinz Engl. Zum Artikel