Riesenseerose blüht im Botanischen Garten

Für kurze Zeit sind im Botanischen Garten der Universität Wien die außerordentlich großen Blüten der Santa-Cruz-Riesenseerose zu bestaunen. Jede Blüte öffnet sich an zwei aufeinanderfolgenden Nächten – in der ersten Nacht ist sie weiß, in der zweiten Nacht verfärbt sie sich rosa.

Die Blüte der Santa-Cruz-Riesenseerose (Victoria cruziana) verströmt einen intensiven süßlichen Duft, der Käfer zur Bestäubung anlockt. Dabei erzeugt sie Wärme, wodurch sich die Duftausbreitung noch verstärkt. Die Käfer verweilen gerne in der geheizten Unterkunft bis die Blüte verwelkt.

Mit ihren bis zu zwei Meter breiten, runden Schwimmblättern zählt Victoria cruziana zu den größten Süßwasserpflanzen der Erde. Sie ist nah verwandt mit der bekannteren Amazonas-Riesenseerose. Die beiden Arten lassen sich anhand der Kelchblätter unterscheiden. Bei der Amazonas-Seerose sind diese bis oben mit Stacheln bedeckt, bei Victoria cruziana nur an der Basis.

Die Santa-Cruz-Riesenseerose gedeiht in kühleren Gewässern als ihre Schwestern-Art. Ihren Verbreitungsschwerpunkt hat sie in den Süßgewässern Argentiniens und Paraguays. In freier Natur kann eine Pflanze mehrere Jahre überdauern.

In Kultur halten sich die Pflanzen in unbeheizten Glashäusern nur von Frühjahr bis Herbst. Jedes Frühjahr werden neue Pflanzen aus Samen gezogen. Bei den Pflanzen im Botanischen Garten handelt es sich um Setzlinge aus dem Botanischen Garten der Universität Linz. (Fotos: © Martin Rose, Text: David Bröderbauer)

GartenbesucherInnen finden die Santa-Cruz-Riesenseerose im "Victoriabecken" vor dem Tropenhaus im
Botanischen Garten der Universität Wien
1030 Wien, Mechelgasse