Wiener Schule der Botanischen Illustration
Gastbeitrag von Ursula Gerber | 01. September 2015Rund 200 interessierte Gäste besuchten am Freitag, 28. August, die Vernissage zur Ausstellung "Wiener Schule der Botanischen Illustration". Das Programm verband Kunst, Wissenschaft und Kulinarik.
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Schauplatz der Vernissage war das Department für Botanik und Biodiversitätsforschung, in dessen Seminarraum eine Ausstellung mit rund 60 Arbeiten gestaltet wurde, die neben den aktuellen Arbeiten auch die historische Dimension der botanischen Illustration in Wien sowie überraschende Querverbindungen zu dieser Kunstform in Australien thematisiert.
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Friedrich Schiemer (Mitte), Obmann der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft (Zoobot), die die Ausstellung und die Produktion eines Katalogs ermöglicht hat, unterstrich in seiner Begrüßungsrede die gegenseitige Befruchtung von Kunst und Wissenschaft, wie sie in der Botanischen Illustration zum Ausdruck kommt. Margareta Pertl (links), die die Illustrationskurse im Botanischen Garten der Universität Wien bereits seit acht Jahren mit fachlich-künstlerischer Professionalität leitet, bedankte sich bei den TeilnehmerInnen für ihre wertvollen Beiträge. Sie wies auch auf die gute Kooperation mit den GärtnerInnen des Botanischen Gartens hin, die das Pflanzenmaterial inklusive ausgegrabener Wurzeln nach Bedarf zur Verfügung stellen.
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Michael Kiehn (Mitte) als Direktor des Botanischen Gartens, der den botanisch-wissenschaftlichen Teil kuratierte, freute sich besonders über die Auswahl der Arbeiten, die in erster Linie aus Pflanzen aus dem Alpinum sowie aus dem Pannonikum besteht: so gelingt es, die Gefährdung und Schutzbedürftigkeit vieler Pflanzenarten auf ästhetische Weise in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken. Er dankte auch ganz besonders Petra Hudler, die seitens der Zoobot die Kurse mit unermüdlichem Engagement organisiert und auch wesentlich zum Zustandekommen der Ausstellung beigetragen hat.
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Als Überraschungsgast nutzte der renommierte Ökologe und Naturschützer Georg Grabherr (links) den Rahmen der Vernissage, um auf eine neuen vergleichenden Bildband hinzuweisen, der soeben erschienen ist: "Blumen einst und jetzt" von Gerhard Wasshuber stellt barocke botanische Kupferstiche aus dem Stift Heiligenkreuz Pflanzen gegenüber, die noch heute im Biosphärenpark Wienerwald zu finden sind. Im Bild mit Friedrich Schiemer, Obmann der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft (Zoobot).
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Als weiteren Ehrengast begrüßte Michael Kiehn Wolfgang Kubelka, der sich als Präsident der Freunde des Botanischen Gartens ganz besonders über das ehrenamtliche Engagement der "Freunde" freute, die u.a. für ein zauberhaftes blütendekoriertes Büffet sorgten.
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Mit einem Ausblick auf die nächste Veranstaltung endete die Vernissage: am 12. September wird eine Dahlie, die speziell aus Anlass des 650-jährigen Bestehens der Universität Wien von der Gärtnerei Dahlien-Kultur Wirth gezüchtet wurde, in eben dieser Gärtnerei getauft. Inhaber Gerhard Wirth freut sich über die Blühfreudigkeit der Sorte und zeigt sich von der exakten Illustration von Margareta Pertl beeindruckt.
Ausstellung: Wiener Schule der botanischen Illustration
28. August bis 17. September 2015
Seminarraum des Departments für Botanik und Biodiversitätsforschung
Rennweg 14, 1030 Wien
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