Viennale 2018: Wien im Filmfieber

Bereits zum 56. Mal macht die Viennale, Österreichs größtes internationales Filmevent, Wien zur Filmhauptstadt. Erstmals unter der Leitung von Eva Sangiorgi werden in rund zwei Wochen über 300 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt. Film ab!

"Seit langer Zeit schon verfolge ich die Viennale mit den Augen einer neugierigen und unbedingt loyalen Anhängerin. Und von Beginn an war mein Blick der Blick einer Begeisterten, die sich sogleich zugehörig fühlte", sagt die neue Viennale-Direktorin Eva Sangiorgi: "Die Viennale verfügt über eine reiche Tradition, die ich respektvoll fortsetzen möchte. Das Festival präsentiert ein Best Of des jährlichen Filmschaffens, wobei die Kombination von Arbeiten etablierter Filmschaffender und Entdeckungen aus aller Welt den Erfolg erklärt und Überraschungen selbst für internationale ProgrammgestalterInnen bereithält."

Neu: Student's Daytime Ticket

Bei der heurigen Viennale gibt es erstmals das sogenannte "Student's Daytime Ticket". Dabei erhalten StudentInnen, SchülerInnen, Lehrlinge sowie Präsenz- und Zivildiener unter 27 Jahren für alle Vorführungen vor 17.30 Uhr ermäßigte Tickets um 6,50 Euro an der jeweiligen Kinokassa.

Fließende Genres

Eine weitere Neuerung bei der 56. Viennale, die erstmals unter der Leitung der Italienerin Eva Sangiorgi stattfindet, ist die Aufhebung der Unterscheidung zwischen Spiel- und Dokumentarfilm. Für die Viennale ist dies "der Versuch, gegen eine Ungerechtigkeit, respektive das Unpräzise einer Kategorisierung anzugehen, die es nach  wie vor verabsäumt, der Komplexität der filmischen Sprache, die von den unterschiedlichsten Registern geteilt wird,  gerecht zu werden."

Viennale '18-Gewinnspiel: BEREITS VERLOST!
Wie jedes Jahr verlost uni:view gemeinsam mit der VIENNALE 5x2 Viennale-Tickets sowie jeweils ein Festivalpackage, bestehend  aus der Viennale Tasche, einem Festival- und Retrospektiven-Katalog. (© Viennale)

Ingesamt finden sich auch im heurigen Programm große Filme, die bei Festivals in aller Welt – von Cannes bis Buenos Aires – ihre  Premieren feierten. Sie kommen in einer Vielfalt von Formen und Längen, tonalen Lagen und Genres. Gezeigt werden Arbeiten  von FilmemacherInnen, deren Schaffen  die Viennale von Beginn an begleitet hat, wie etwa "Leave no Trace" von Debra Granik oder "Fotbal Infinit", in dem Corneliu Porumboiu das Regelwerk des Fußballspiels unter die Lupe nimmt.

Auch neue AutorInnen finden sich im Programm, darunter die rumänische Regisseurin Adina Pintilie, die sich in ihrem provokativen Film "Touch me not" – bei der diesjährigen Berlinale mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet – mit Fragen  von Sexualität, Sinnlichkeit und Humanität befasst. Und mit dem Animationsfilm "Virus Tropical" adaptiert der kolumbianische Filmemacher Santiago Caicedo  auf brillante Weise Power Paolas hochgelobte Graphic Novel über das Erwachsenwerden mit all seinen lästigen Verpflichtungen und aufregenden Entdeckungen.

Retrospektive: The B-Film

Die diesjährige Filmretrospektive widmet sich Hollywoods Low-Budget-Kino von 1935 bis 1959. Dabei werden Geschichte und Vermächtnis des Low-Budget-Filmschaffens beleuchtet, das innerhalb des Hollywood-Studiosystems erfunden wurde und die noch lange danach von so unterschiedlichen Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Seijun Suzuki, Hartmut Bitomsky, Martin Scorsese oder Quentin Tarantino als Ideal angestrebt wurde. Der B-Film war, wie diese Retrospektive aufzeigt, ein historisch spezifisches Kinogenre, das von den frühen 1930er Jahren bis zum sogenannten Paramount Decree von 1948 seine Blütezeit erlebte.

Rund um den Kinosaal

Das Viennale Festivalzentrum ist dieses Jahr zum zweiten Mal in der Kunsthalle Wien im MuseumsQuartier untergebracht und bietet heuer ein besonders breit gefächertes Programm an. So bieten am frühen Abend bei den Viennale Aperitivi vermehrt Gespräche und Lectures den ZuschauerInnen Gelegenheit zum Austausch mit den FilmemacherInnen, abends stehen wie gewohnt Konzerte, Partys und DJ-Lines am Programm. (red)

Viennale 2018: 25. Oktober bis 8. November
Kinos: Gartenbau, Stadtkino im Künstlerhaus, Urania, Metro, Österreichisches Filmmuseum
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