Erfolgsmodell "Vienna Research Groups Programm"

Seit acht Jahren werden mit dem "Vienna Research Groups Programm" des WWTF international erfolgreiche WissenschafterInnen langfristig nach Wien geholt, wie etwa die beiden Forscherinnen Jillian Petersen und Filipa Sousa von der Universität Wien, die beide auch kürzlich mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet wurden.

"Städte sind wissenschaftliche und wirtschaftliche Kraftzentren. Das gilt besonders für Wien als größte deutschsprachige Hochschulstadt, mit knapp 200.000 Studierenden in neun öffentlichen Universitäten, fünf Fachhochschulen und fünf Privatuniversitäten. 45.000 Menschen arbeiten in Wien in der Wissenschaft und in über 800 forschenden Unternehmen, weitere 250.000 sind in den wissensintensiven Dienstleistungen tätig", erklärt Bürgermeister Michael Ludwig im Zuge der bei der Präsentation des "Vienna Research Groups Programm". Wissenschaftsstadträtin Veronica Kaup-Hasler ergänzt: "Exzellenzprogramme wie dieses sind eines der wichtigsten Vorhaben der Wiener Forschungs- und Innovationsstrategie."

Wie gut das "Vienna Research Groups Programm" läuft, beweisen die beiden Forscherinnen Jillian Petersen und Filipa Sousa: Die beiden Biologinnen forschen an der Universität Wien und wurden jeweils mit dem "ERC Starting Grant" ausgezeichnet, einer der prestigeträchtigsten und mit jeweils rund 1,5 Millionen Euro dotierten Wissenschafts-Auszeichnungen in Europa.

Neue Wege in der Forschung

Dazu WWTF-Präsident Michael Häupl: "Durch seine strengen internationalen Auswahlverfahren identifiziert der WWTF die besten ForscherInnen; durch seine interdisziplinären Projektförderungen erlaubt er der Forschung, neue Wege zu beschreiten." Heinz W. Engl, Rektor der Universität Wien ergänzt: "ERC Grants ermöglichen Spitzenforschung. Sie sind ein wichtiger Indikator für die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Universität. Mit Filipa Sousa und Jillian Petersen sind zwei Spitzenforscherinnen ausgezeichnet worden, die ohne das Vienna Research Groups-Programm nur schwer ihren Weg nach Österreich gefunden hätten. Mit der Finanzierung durch den WWTF konnten sie eine eigene Arbeitsgruppe aufbauen und ihre Forschung vorantreiben, die letztlich zum ERC Erfolg geführt hat."

Das ERC Starting Grant Projekt von Jillian Petersen, Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung, hat zum Ziel, bisher unerforschten, aber fundamentalen Prozessen von Symbiosen auf den Grund zu gehen. Praktisch jedes Tier – auch der Mensch – lebt in sogenannter Symbiose mit Bakterien, die unsere Gesundheit, den Stoffwechsel und die Evolution maßgeblich positiv beeinflussen. Ziel des durch den ERC Starting Grant geförderten Projekts von Filipa Sousa, Department für Ökogenomik und Systembiologie, ist herauszufinden, wie Mikroorganismen, zum Beispiel Archaea, Energie für Stoffwechselleistungen verfügbar machen können, und wie diese Prozesse im Laufe der erdgeschichtlichen Entwicklung entstanden sind (mehr über ihr ERC Projekt).

WWTF als Partner für die Wiener Life Sciences

Der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) ist der einzige größere privat-gemeinnützige Forschungsförderer in Österreich. Seine Aufgabe ist die Finanzierung von Spitzenprojekten in der wissenschaftlichen Forschung, gleichzeitig hat der WWTF das Ziel, höchsttalentierte junge ForscherInnen an den Standort Wien zu binden. Mit einem Jahresbudget von ca. zwölf Millionen Euro, das überwiegend von einer Privatstiftung gestellt wird, fördert der WWTF dort, wo Wien bereits große Stärken aufweist und konzentriert seine Mittel auf die Felder Life Sciences, Informations- und Kommunikationstechnologien, Angewandte Mathematik sowie Kognitionsforschung.

Vienna Research Groups Programm des WWTF

Ziel des Programms ist es, exzellente NachwuchswissenschafterInnen, die zuvor im Ausland an hochrangigen Institutionen geforscht haben, nach Wien zu bringen. Die großzügige finanzielle Ausstattung von jeweils etwa 1,6 Millionen Euro ermöglicht es ihnen, ihre erste eigene Arbeitsgruppe aufzubauen und damit ihr Forschungsfeld unabhängig zu entwickeln. Das Programm wird durch die Stadt Wien / Wien Kultur finanziert und vom Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds (WWTF) durchgeführt. (PID)