Das war die EuroPride 2019

Vom 1. - 16. Juni fand die EuroPride 2019 statt – und die Uni Wien war mit dabei. Das umfangreiche Rahmenprogramm dieses Großereignisses bot neben den Regenbogenführungen auch den Queer History Day sowie den Vienna Gay Men's Chorus der Philharmonie der Universität Wien.

Als sichtbares Zeichen der Akzeptanz und Toleranz hisste die Universität Wien heuer von 31. Mai bis 16. Juni ihre Regenbogenfahnen – nicht nur am Hauptgebäude, sondern auch an anderen Standorten der Universität Wien. In diesem Jahr erstrahlte die Stiege vor dem Hauptgebäude bunt und ein riesiger #proudtobepartofit-Banner wurde vom Balkon abgehängt.


EuroPride Vienna 2019 war vieles: eine politische Großkundgebung, eine Feier des LGBTIQ-Lebens in Europa, das 50-Jahre-Jubiläum der Stonewall Riots und nicht zuletzt eine Gelegenheit für die Community, sich international auszutauschen. (© Universität Wien/derknopfdruecker.com)

Aus dem Programm

Die große EuroPride Conference tagte zum Abschluss im Hauptgebäude der Universität Wien. Thema waren verschiedenste Aspekte – von Business und Arbeitsmarkt bis hin zum Kampf um Menschenrechte – der europäischen LGBTIQ-Bewegung. Auch der 6. Queer History Day 2019 (QHD) stand im Fokus von EuroPride, 50 Jahre Stonewall und dem zehnten Geburtstag von QWIEN. Die Vorträge zum QHD fanden am 31. Mai in Zusammenarbeit mit dem Institut für Geschichte der Universität Wien in der Sky Lounge der Universität Wien statt.

Regenbogenführungen an der Universität Wien


Bereits seit elf Jahren gibt es die Regenbogenführungen an der Universität Wien, die sich mit dem akademischen Diskurs über Homosexualität auseinandersetzen und die Repräsentation von schwulen und lesbischen Lebenskontexten im universitären Betrieb der Vergangenheit und Gegenwart beleuchten. Die Tour wurde in Kooperation von QWIEN (Zentrum für queere Geschichte) und der Universität Wien entwickelt.


(© Universität Wien/derknopfdruecker.com)


(© Universität Wien/derknopfdruecker.com)

Diversity-Führungen am Campus

Rechtzeitig vor der EuroPride starteten die Diversity-Führungen am Campus. Angesprochen werden einige grundlegende Aspekte der heutigen Universität Wien unter Geschlechtergesichtspunkten. Daneben werden auch historische Fragen zur Universität Wien und zum Uni Wien Campus thematisiert. Einige Spotlights beleuchten die Chancengleichheit an der Universität Wien.

Es werden aber auch skurrile Besonderheiten aufgedeckt, etwa, warum im 18. und 19. Jahrhundert ungefähr 100.000 Frauen aber keine Männer durch das Tor in der Rothenhausgasse das Areal betraten; warum die Pionierin der Sozialwissenschaft Marie Jahoda unter dem Hauptaltar der Alten Kapelle am Campus geehrt wird; warum die Universität Wien 1901 Emma Goldmann ihr Hebammendiplom aberkannt hat, nachdem der amerikanische Präsident McKinley von einem Anarchisten erschossen wurde oder wie hier eine Medizinstudentin im Austrofaschismus und Nationalsozialismus den Chef des demokratischen Untergrunds versteckte und warum Vanessa Redgrave in Hollywood dafür 1978 den Oskar erhielt.


Anna Babka präsentierte in einer Kooperation mit der Universitätsbibliothek, des Arbeitskreises Kulturanalyse und des Referats Genderforschung der Universität Wien ihr neues Buch "Postcolonial-queer. Erkundungen in Theorie und Literatur" (Interessiert? Das Buch gibt es auch in der Bibliothek der Universität Wien). (© Universität Wien/derknopfdruecker.com)

Queere Filmnacht im Arkadenhof

Als Stärkung queerer Stimmen und nicht zuletzt auch als Hinweis auf die wissenschaftlichen Möglichkeiten von Film, lud die Abteilung Gleichstellung und Diversität der Universität Wien zur Filmnacht im Arkadenhof ein.

Vorträge und Präsentationen EuroPride Village


Warum sind LGBTIQ*-Gruppen auch im Hochschulsystem so wichtig? Diese Frage wurde in kurzen Präsentationen beantwortet. Zudem wurde queer@hochschulen vorgestellt – ein Netzwerk von LGBTIQ*-Gruppen mehrerer österreichischer Universitäten und Fachhochschulen. Magdalena Siegel vom Institut für Angewandte Psychologie: Gesundheit, Entwicklung und Förderung der Universität Wien sprach darüber, wie Diskriminierung LGBTIQ*-Personen in ihrem täglichen Leben beeinflussen kann.


Vortrag von Magdalena Siegel (© Universität Wien/derknopfdruecker.com)


Theresa Haller, Universität Wien (© Universität Wien/derknopfdruecker.com)

Uni Wien auf der Regenbogenparade

Am 15. Juni 2019 zog die Regenbogenparade zum 23. Mal bei strahlendem Sonnenschein und ausgelassener Stimmung über die Wiener Ringstraße. Lesben, Schwule, Bisexuelle, Heterosexuelle, Trans-, Cis-, Inter- und queere Personen demonstrierten gemeinsam für Akzeptanz, Respekt und gleiche Rechte in Österreich, Europa und auf der ganzen Welt. Eine halbe Million TeilnehmerInnen wurden gezählt - die EuroPride 2019 brach damit den Rekord und gilt nun als die größte Regenbogenparade aller Zeiten.

Auch heuer war die Uni Wien wieder mit queer@hochschulen auf der Parade vertreten. Mit einem Truck und einer großen Fußgruppe wurde die Ringstraße umrundet und damit die Sichtbarkeit von LGBTIQ*-Personen gefeiert, aber auch darauf aufmerksam gemacht, was noch zu tun ist. queer@hochschulen soll zeigen, dass auch an österreichischen Universitäten und Fachhochschulen schwule, lesbische, bisexuelle, intersexuelle, transgender und andere queere Menschen arbeiten und studieren. Sie verdienen Sichtbarkeit und Respekt.


Gerry Schneider vom Veranstaltungsmanagement der Universität Wien (© privat)

Geplant, konzeptioniert und koordiniert hat die Pride-Aktivitäten Gerry Schneider vom Veranstaltungsmanagement der Universität Wien. An der Uni Wien sind mit fast 100.000 Angehörigen alle gesellschaftlichen Gruppen vertreten, sowohl im Personalstand als auch bei den Studierenden. Die Universität Wien besitzt zudem in der Gesamtgesellschaft eine sehr hohe Wahrnehmung, d.h. sie eignet sich sehr gut als Ausgangspunkt der Toleranz, Akzeptanz, Vielfalt, Gleichstellung, Dialog und Kreativität.

"Es ist großartig zu sehen, welche Eigendynamik hier entstanden ist und wie viele tolle Vorschläge eingebracht wurden. Leider konnten nicht alle Ideen realisiert werden, aber es war ein erfolgreicher Startschuss innerhalb der Universität Wien, um das Thema Diversität in der Queer-Community auch langfristig zu forcieren. Es war eine große Ehre und Freude für mich, dieses Projekt, welches eine Herzensangelegenheit für mich ist, an und mit der Universität Wien umzusetzen. Ein großes Dankeschön gebührt allen Beteiligten und KollegInnen, die es ermöglicht haben, die Universität Wien so sichtbar in Szene zu setzten", freut sich Gerry Schneider.


(© Universität Wien/derknopfdruecker.com)

Bei der Regenbogenparade 2020 ist die Universität Wien wieder mit dabei. Bis dahin passieren aber auch weitere spannende Aktivitäten statt. Aktuelle Veranstaltungen, Infos zu Vernetzungsmöglichkeiten und queeren Themen in der Lehre gibt es hier.