Sommerhochschule: 106 TeilnehmerInnen aus 23 Ländern

Wieder reisten zahlreiche Studierende aus der ganzen Welt an, um an der "univie: summer school for International and European Studies" am Wolfgangsee teilzunehmen. Am 14. Juli wurde die Sommerhochschule feierlich eröffnet; sie läuft noch bis 10. August.

Seit 1949 begrüßt die Sommerhochschule jährlich Studierende aus allen Kontinenten zum Studium in Strobl am Wolfgangsee. In diesem Jahr nehmen 106 TeilnehmerInnen aus 23 verschiedenen Ländern am internationalen Sommerprogramm teil.


Die Eröffnung der univie: summer school findet traditionell im Bürglsaal statt. (© Sommerhochschule der Universität Wien)

Alle Kurse werden in englischer Sprache abgehalten und beschäftigen sich mit den politischen, wirtschaftlichen, rechtlichen, historischen und kulturellen Aspekten der Entwicklung Europas und der Europäischen Union. Am Nachmittag werden auch Deutschkurse angeboten. Neben den European Studies Kursen wird die Austrian Arbitration Academy angeboten: Dieser zweiwöchige Lehrgang beschäftigt sich mit der internationalen Streitbeilegung durch Schiedsgerichte und richtet sich an Studierende und Jus-AbsolventInnen sowie RechtsanwaltsanwärterInnen.


Die Deutschlehrerinnen Raphaela Freudenberger, Slavica Serdar und Melanie Steger (v. li.) im Gespräch mit Julius Schumann, der für die Organisation der Austrian Arbitration Academy zuständig ist. (© Sommerhochschule der Universität Wien)

Am Sonntag, 14. Juli 2019, fand die feierliche Eröffnung der bereits 71. Sommerhochschule statt, bei der die diesjährigen TeilnehmerInnen vom langjährigen Direktor der Sommerhochschule Franz-Stefan Meissel herzlich begrüßt wurden. Meissel erinnerte an die Geschichte des "Bürglguts", auf dem die Sommerhochschule stattfindet, und bedankte sich beim Bundesinstitut für Erwachsenenbildung (bifeb), vertreten durch die administrative Leiterin Sonja Sillipp, für die Unterbringung und Betreuung. Er wies darauf hin, dass es bei der univie: summer school nicht nur hervorragende akademische Kurse gibt, sondern vor allem auch der soziale und kulturelle Austausch intensiv gepflegt wird.



Franz-Stefan Meissel, Direktor der Sommerhochschule, begrüßte die diesjährigen TeilnehmerInnen. (© Sommerhochschule der Universität Wien)

Anschließend sprach Andreas Kumin, seit März 2019 Richter am EuGH, über die Herausforderungen betreffend der Wahrung der Rechtsstaatlichkeit (Rule of Law) in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union, insbesondere bei der Umsetzung des EU-Rechts. In seiner Key Note zum Thema "The EU and Current Challenges to the Rule of Law. The Perspective of the European Court of Justice" erklärte er die Besonderheiten der EU-Rechtsordnung und der EU-Institutionen und ging auf einige zentrale Elemente der Supranationalität des EU-Rechts und dessen Auswirkungen auf die Mitgliedstaaten ein.


Andreas Kumin, Richter am EuGH, sprach in seiner Keynote über die Herausforderungen betreffend der Wahrung der Rechtsstaatlichkeit (Rule of Law) in den EU-Mitgliedstaaten. (© Sommerhochschule der Universität Wien)

Die aktuellen Rechtsstaatlichkeitsprobleme verdeutlichte er anhand konkreter Beispiele, wie der Kritik der Europäischen Kommission an der polnischen Justizreform und der Bedenken des Europäischen Parlaments hinsichtlich Artikel 2 des EU-Vertrages "Grundwerte der Europäischen Union" in Bezug auf eine Reihe von Maßnahmen der ungarischen Regierung. Abschließend sprach er über aktuelle relevante Fälle des Europäischen Gerichtshofes, die sich mit verwandten Fragestellungen vor allem zur Unabhängigkeit der Justiz befassten. 


30 Years of Friendship – ehemalige TeilnehmerInnen der Sommerhochschule aus dem Jahr 1989 mit dem Direktor der Sommerhochschule Franz-Stefan Meissel.

Ein besonderes Highlight in diesem Jahr ist das 70-jährige Jubiläum der Sommerhochschule. Dieses hat eine Alumni-Gruppe zum Anlass genommen, um mit ihren Familien an den Ursprungort ihrer langjährigen Freundschaft zurückzukehren. Sie haben im Jahr 1989 am Programm teilgenommen.


Ronald D'Souza, Teilnehmer der Sommerhochschule im Jahr 1989. (© Sommerhochschule der Universität Wien)

Der ehemalige Teilnehmer Ronald D'Souza berichtete, wie sich durch die Teilnahme an der Sommerhochschule seine Weltanschauung verändert hat. Der aus Indien stammende Ingenieur setzte sich im Rahmen eines Kurses der Sommerhochschule zum ersten Mal mit den Grundlagen der Demokratie und den Menschenrechten auseinander. Als Bewohner eines demokratischen Staates habe er sich zuvor keine Gedanken darüber gemacht. Seine Teilnahme hat auch dazu geführt, dass er später ein Postgraduate Studium im Bereich European Studies absolvierte. In seiner emotionalen Ansprache berichtete er, wie dankbar er für die langjährige Freundschaft mit seinen damaligen Mitstudierenden sei.


Ronald D'Souza und Andreas Kumin im Gespräch mit zwei TeilnehmerInnen der Sommerhochschule 2019. (© Sommerhochschule der Universität Wien)


Vizerektorin Regina Hitzenberger eröffnete offiziell die univie: summer school 2019. (© Sommerhochschule der Universität Wien)

Offiziell eröffnet wurde die diesjährige "univie: summer school for International and European Studies" durch die Vizerektorin Regina Hitzenberger. Sie hob die lange Tradition der Sommerhochschule an der Universität Wien hervor. Sie meinte, dass es sich zwar um eine "Schule" handle, jedoch viel mehr böte, nämlich die Möglichkeit des interkulturellen und interdisziplinären Austausches und die Bildung von neuen Freundschaften.


V. l. n. r.: Vortragender der SHS Karl Vocelka, Programmkoordinatorin Nina Gruber, Direktor Franz-Stefan Meissel und Vizerektorin Regina Hitzenberger. (© Sommerhochschule der Universität Wien)


TeilnehmerInnen der diesjährigen univie: summer school im Gespräch. (© Sommerhochschule der Universität Wien)