Ausstellung: Die Farben der 50er Jahre
Redaktion (uni:view) | 13. Mai 2015Am 12. Mai wurde die Fotoausstellung des Chemie-Nobelpreisträgers Martin Karplus "La Couleur des années 1950" an der Universität Wien eröffnet. Die Zeitdokumente des begeisterten Fotografen und Vielreisenden spiegeln seinen Forschergeist und humanistischen Blick wider.
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Anlässlich der Verleihung des Ehrendoktorats am 13. Mai an Martin Karplus im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten 2015 präsentiert die Universität Wien eine Ausstellung seiner Fotografien im 1. Stock des Hauptgebäudes. Die Ausstellung ist eine Leihgabe der Bibliothèque Nationale de France in Paris, welche die Fotografien 2013 der Öffentlichkeit präsentierte.
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Der international renommierte Wissenschafter und Nobelpreisträger Martin Karplus war in den 1950er Jahren viel in Europa, Asien und Amerika unterwegs. Auf diesen Reisen machte er mit seiner Leica IIIC mehr als 4.000 Fotografien und verwendete dafür die damals noch neuen Kodachrome Farbfilme, welche die Fotografie revolutionierten. Davon werden in der Ausstellung nun erstmals in Österreich hundert ausgewählte Bilder, die in den Jahren zwischen 1953 bis 1965 entstanden, als Abzüge gezeigt.
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Die Vernissage der Ausstellung fand am 12. Mai, einen Tag vor der Ehrendoktoratsverleihung statt. Martin Karplus bedankte sich bei der Eröffnung herzlich bei allen Beteiligten – vor allem beim Veranstaltungsmanagement der Universität Wien, da sich alle geduldig bemühten, seine Wünsche zu erfüllen, wie zum Beispiel spezielle Folien für die Lampen zu besorgen, damit die Fotos nicht spiegeln.
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Rektor Heinz W. Engl (re.), der die Begrüßungsworte zur Ausstellungseröffnung sprach, freute sich, dass Martin Karplus das Ehrendoktorat der Universität Wien annimmt. Josef Ostermayer (2. v. li.), Bundesminister für Kunst und Kultur, sprach ebenso einige Worte anlässlich der Fotovernissage. Auch Anton Zeilinger (li.), Quantenphysiker an der Universität Wien, besuchte die Ausstellung und zeigte sich beeindruckt von den Zeitdokumenten.
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"Martin Karplus ist einer jener Menschen, der aus seiner Geburtsstadt Wien vertrieben wurde und in seiner neuen Heimat wissenschaftlich, gesellschaftlich und kulturell Herausragendes geleistet hat. Es ist mir eine große Ehre und Freude, dass wir die Reisefotografien des Nobelpreisträgers auch in jener Stadt zeigen können, aus der Karplus einst vor den Nationalsozialisten flüchten musste", sagte Minister Ostermayer in seiner Ansprache. Gemeinsam mit Martin Karplus bewunderte er anschließend die Fotografien und hörte die eine oder andere Geschichte dazu.
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In die Zeitdokumente von Martin Karplus können Interessierte und BesucherInnen im ersten Stock des Hauptgebäudes der Universität Wien eintauchen.
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Das zahlreich erschienene Publikum fand sich zunächst im Senatssaal ein, um anschließend einen Rundgang durch die Ausstellung zu drehen.
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Der Chemiker Stefan Boresch hielt die Laudatio (unter Downloads ist die gesamte Rede verfügbar) auf Martin Karplus. Boresch hat sein Doktoratsstudium in Harvard absolviert, um bei Chemie-Nobelpreisträger Martin Karplus zu lernen. Heute ist Boresch selbst Professor – und zwar für Computergestützte Strukturbiologie an der Universität Wien. "Ich bin nach Harvard gegangen, um bei einem der Besten zu lernen", so Boresch, der den engen Kontakt zu seinem Doktorvater "nicht nur fachlich, sondern auch persönlich sehr geschätzt" hat.
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Noch bis 12. August 2015 sind die Fotografien von Martin Karplus im ersten Stock des Hauptgebäudes zu sehen.
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Im Bild: Martin Karplus mit seiner Frau Marci und Familienhund Bib, die den neuen Ehrendoktor der Universität Wien auf seiner Reise nach Wien begleiteten. (Text: Redaktion uni:view, Fotos: Universität Wien/derknopfdruecker.com)
Ausstellung "La Couleur des années 1950"
12. Mai bis 12. August 2015
1. Stock des Hauptgebäudes der Universität Wien
Universitätsring 1, 1010 Wien
Weitere Informationen
Downloads:
MIJ_Karplus.mp3
Dateigröße: 3,45 MB
Laudatio.pdf
Dateigröße: 14,99 KB