Symposium: Auch der Unglaube ist nur ein Glaube

Am 11. und 12. Mai diskutieren ExpertInnen an der Universität Wien zum Werk des deutschen Schriftstellers Arnold Stadler. Die WissenschafterInnen setzen sich aus theologischer, literaturwissenschaftlicher und kunstgeschichtlicher Perspektive mit den religiösen Motiven seines Schaffens auseinander.

Waren Glaube und religiöse Motive in der neueren Literatur lange Zeit an den Rand gedrängt oder gar tabuisiert, ist diese Grenze in jüngerer Zeit wieder durchlässiger geworden. Dies ist nicht zuletzt am Werk Arnold Stadlers ablesbar, dessen Bücher Verständigungspotenziale zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden in einer weithin säkularisierten Gesellschaft aufdecken. Das Symposium sucht dieses neu möglich gewordene Gespräch zwischen Religion und Literatur aufzunehmen und zu vertiefen.

"Arnold Stadlers Werk richtet sich gegen einen allzu gewissen Zweifel, der alles, nur nicht sich selbst, infrage stellt. Ein irritationsfreier Atheismus reduziert die Wirklichkeit auf das Sichtbare, Überprüfbare, Machbare und stellt daher selbst eine begrenzte Perspektive dar. Indem Stadler die religiöse Obdachlosigkeit des spätmodernen Menschen in den Blick nimmt, hält er die 'Sehnsucht nach dem ganz Anderen' wach und zeigt die humane Relevanz der Gottesfrage angesichts der Verletzlichkeit und Hinfälligkeit des Menschen", erklärt Jan-Heiner Tück, Professor am Institut für Systematische Theologie an der Universität Wien und Organisator des Symposiums.

"Man spürt, seine Sprache und sein Blick sind durch die große abendländische Landschaft der Zeichen hindurchgegangen" – "Das Bezeichnende, scheint mir, Arnold Stadler, deiner Bücher ist eine gewaltige Sehnsucht." Peter Handke

"Ich bin froh, Arnold Stadler in der Sprache begegnet zu sein, weil seine Art, Sprachmensch zu sein, mich erleben lässt, wie unterhaltend es sein kann, der Verzweiflung die Schau zu stehlen. Dafür danke ich ihm." Martin Walser

Arnold Stadler (geb. 1954 in Meßkirch, Deutschland) ist Schriftsteller, Essayist und Übersetzer. Er studierte Katholische Theologie und Germanistik. Viele seiner Bücher sind autobiographisch geprägt und spielen im katholisch geprägten Süden Deutschlands zwischen Oberer Donau und Bodensee, wo Stadler aufgewachsen ist. 1999 wurde er mit dem wichtigsten deutschen Literaturpreis, den Georg-Büchner-Preis, ausgezeichnet.

Festvortrag von Arnold Stadler "Auch der Unglaube ist nur ein Glaube. Bemerkungen eines Schriftstellers zur (a)religiösen Signatur der Zeit"
Montag, 11. Mai 2015, 19 Uhr
Aula am Campus der Universität Wien
Spitalgasse 2, 1090 Wien
Programm (PDF)

Das Symposium findet Montag und Dienstag (11. und 12. Mai) in der Aula am Campus der Universität Wien, Spitalgasse 2, 1090 Wien, statt.

Wissenschaftlicher Kontakt

Univ.-Prof. Dr. Jan-Heiner Tück

Institut für Systematische Theologie
Universität Wien
1010 - Wien, Schenkenstraße 8-10
+43-1-4277-315 02
jan-heiner.tueck@univie.ac.at

Rückfragehinweis

Mag. Veronika Schallhart

Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 - Wien, Universitätsring 1
+43-1-4277-175 30
+43-664-602 77-175 30
veronika.schallhart@univie.ac.at