Fressen und gefressen werden: 3. Biologicum Almtal

Unter dem Motto "Fressen und gefressen werden. Von der Nahrungskonkurrenz zur Kooperation" kommen von 6. bis 9. Oktober namhafte ExpertInnen aus den Bereichen Biologie, Ernährungswissenschaft, Ethik und Philosophie, aber auch Mathematik nach Grünau im Almtal, um sich mit der evolutionären und gegenwärtigen Beziehung von Menschen zur Nahrung zu beschäftigen. Kurt Kotrschal von der Konrad Lorenz Forschungsstelle der Universität Wien hat als wissenschaftlicher Leiter ein interdisziplinäres Programm mit zahlreichen Vorträgen zusammengestellt. Es sprechen unter anderem der Philosoph Robert Pfaller und der Mathematiker Karl Sigmund.

Das Biologicum Almtal befasst sich als transdisziplinäres wissenschaftliches Symposium jedes Jahr mit einem wichtigen Thema der Biologie, das auch eine zentrale Bedeutung für den Menschen hat. TeilnehmerInnen haben die Möglichkeit zur Begegnung mit ForscherInnen, die international tätige ExpertInnen auf ihrem Gebiet sind. Das interdisziplinäre Programm umfasst Vorträge, Workshops, Exkursionen und Abendveranstaltungen.

Die Vortragenden des diesjährigen Biologicums decken zentrale Themen unserer evolutionären und gegenwärtigen Beziehung zur Nahrung ab. Ernährung war immer bestimmend für Körperbau und Wesen der Organismen. Das gilt auch und ganz besonders für die Menschen. "Von Anbeginn der Stammesgeschichte ging es vor allem darum, Nahrung zu finden und dabei selber nicht erbeutet zu werden. Dies setzte Selektionsmechanismen in Gang, die letztlich alle Organismen auf dieser Welt bis ins Detail formten", erklärt der wissenschaftliche Leiter des Biologicums, Kurt Kotrschal. Das gemeinsame Jagen und die gemeinsame Verteidigung gegen Fressfeinde führte zu jenen komplexen Formen der Kooperation und Konkurrenz, wie wir sie etwa von Wölfen und Menschen kennen, wie sie in Gesellschaft und Wirtschaft allgegenwärtig sind.

Die Biologen Kurt Kotrschal und Walter Arnold (Veterinärmedizinische Universität Wien) werden die evolutionäre Geschichte und die biologische Anpassungen behandeln, der Philosoph Robert Pfaller von der Kunstuniversität Linz wird über Ernährung zwischen Genuss und Pflichterfüllung nachdenken und der Ethiker Herwig Grimm (Messerli-Forschungsinstitut der Veterinärmedizinischen Universität Wien) wird aus dem Blickwinkel der Verantwortung darüber referieren, was wir essen sollen bzw. dürfen. Der Mathematiker Karl Sigmund von der Universität Wien fokussiert aus dem Blickwinkel der Spieltheorie auf die menschliche Kooperationsbereitschaft, eine unmittelbare Folge des sozialen Nahrungserwerbs. Hannelore Daniel von der TU München stellt die Ernährung in das Spannungsfeld von Genuss, Convenience und Gesundheit.

3. Biologicum Almtal
Zeit: 6. bis 9. Oktober 2016
Ort: Veranstaltungszentrum im barocken Pfarrhof, 4645 Grünau im Almtal, Kirchenplatz 2

Programm und Anmeldung: www.biologicum-almtal.at

Die Teilnahme für JournalistInnen ist kostenfrei.

Wissenschaftlicher Kontakt

Univ.-Prof. Mag. Dr. Kurt Kotrschal

Department für Verhaltensbiologie Konrad Lorenz Forschungsstelle
Universität Wien
4645 - Grünau im Almtal, Auingerhof 11
+43-664-602 77-545 42
kurt.kotrschal@univie.ac.at

Rückfragehinweis

Mag. Alexandra Frey

Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
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