Frauen erobern den Arkadenhof

Universität Wien errichtet sieben Frauen-Denkmäler

Im Arkadenhof der Universität Wien, bekanntes Zentrum des Hauptgebäudes, befinden sich 154 Büsten und zahlreiche Gedenktafeln, jedoch nur eine einzige Inschrift ist einer Frau – Marie von Ebner-Eschenbach – gewidmet. Die Universität Wien nimmt das Jubiläumsjahr zum Anlass, dies zu verändern. Ab 2016 werden Denkmäler für vorerst sieben Wissenschafterinnen realisiert – darunter die erste Professorin der Universität Wien, die Physikerin Berta Karlik. Die beauftragten KünstlerInnen Thomas Baumann, Catrin Bolt und Karin Frank gewannen mit ihren Projekten den dafür ausgeschriebenen Kunstwettbewerb.

Den Umstand, dass in der universitären Ehrungspolitik jahrelang aus unterschiedlichen Gründen auf die Ehrung von Wissenschafterinnen "vergessen" wurde, machte 2009 das Projekt von Iris Andraschek "Der Muse reicht‘s" sichtbar. Geschlechtergerechtigkeit ist auch ein Themenschwerpunkt, dem sich die Universität Wien im Rahmen ihres 650-Jahr-Jubiläums mit besonderem Augenmerk widmet. Die Zulassung von Frauen zum Universitätsstudium am Anfang des 20. Jahrhunderts hat weibliche Universitätskarrieren überhaupt erst ermöglicht. Professorinnen werden erst seit etwa 40 Jahren berufen. Die 650-Jahr-Feierlichkeiten der Universität Wien boten Anlass, die Ehrung von Frauen im Arkadenhof zu forcieren.

Kunstwettbewerb: Individuelle Ehrung von Wissenschafterinnen
Für das Jubiläumsjahr 2015 wurden auf Vorschlag des Rektorats und mit Zustimmung des Senats nachfolgende Wissenschafterinnen, die alle im 20. Jahrhundert an der Universität Wien gewirkt haben, ausgewählt, um in Form permanenter Kunstwerke geehrt zu werden: Charlotte Bühler, Marie Jahoda, Berta Karlik, Lise Meitner, Grete Mostny-Glaser, Elise Richter, Olga Taussky-Todd.

Die Universität Wien schrieb einen zweistufigen Kunstwettbewerb aus. Begleitet wurde das Verfahren von einer eigens eingerichteten Jury. Mitglieder der Jury waren Rektor Heinz W. Engl, die Senatsvorsitzende Gabriele Kucsko-Stadlmayer, Professorin für Gendergeschichte Gabriella Hauch, Professor für Kunstgeschichte Michael Viktor Schwarz, Elisabeth Hudritsch (Bundesdenkmalamt, Landeskonservatorat für Wien), Künstlerin und Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien Mona Hahn, Künstlerin Sofie Thorsen und Kunstmanager Peter Pakesch.

"Vorgabe war es, die Wissenschafterinnen als konkrete Persönlichkeiten und in hoher künstlerischer Qualität darstellen", erklärt Rektor Heinz W. Engl. Nach einem offenen Bewerbungsverfahren wählte die Jury insgesamt sieben KünstlerInnen aus. Diese wurden eingeladen, konkrete Realisierungsvorschläge in der zweiten Wettbewerbsphase zu präsentieren. Die Jury hat entschieden und die Universität Wien folgende KünstlerInnen mit der Realisierung beauftragt:

  • Künstler Thomas Baumann wird Denkmäler für die Wissenschafterinnen Charlotte Bühler, Berta Karlik und Lise Meitner realisieren,
  • Künstlerin Catrin Bolt für die Wissenschafterinnen Marie Jahoda und Elise Richter, und
  • Künstlerin Karin Frank für die Wissenschafterinnen Grete Mostny-Glaser und Olga Taussky-Todd.


Die Fertigstellung der Kunstwerke ist für längstens Sommer 2016 geplant.

Rückfragehinweis

Mag. Cornelia Blum

Pressesprecherin des Rektorats
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