Von wertvollen Szeptern, Ketten und Talaren (Teil 2)

An der Universität Wien spielen neben Rektors- und Fakultätsszeptern noch weitere Insignien eine repräsentative Rolle. Im zweiten Teil dieses Artikels blicken wir in offizielle "Schmuckkästchen" und "Kleiderschränke", u.a. von DekanInnen und RektorInnen. Dabei widmen wir uns vor allem der Geschichte der Amtsketten und Talare.

Bei offiziellen Feierlichkeiten dürfen sich einige Universitätsangehörige mit speziellen Ketten schmücken. Hierbei handelt es sich um die Amtsketten der Universität Wien. Ein solcher Schmuck steht, nach dem Protokoll der Universität Wien, jedoch nur RektorInnen, DekanInnen oder ihren Vertretungen zu.

Die Amtskette des Rektors

Die Rektorskette aus dem Jahre 1805 ist das jüngste Insigne der Universität Wien. Sie wird - wie der Name sagt - nur RektorInnen bzw. ihren Vertretungen umgehängt. Diese Kette, die auch bei akademischen Abschlussfeiern getragen wird, ist vor allem bei der Inauguration - der feierlichen Angelobung des neuen Rektors - besonders wichtig. Hier übergibt der scheidende Rektor seinem oder seiner NachfolgerIn die "altehrwürdige Amtskette". Die Medaille, die in der Mitte dieser Kette angebracht ist, stellt Kaiser Franz I, den Stifter dieses Schmucks, dar. Sein Bildnis ist in ein goldenes Malteserkreuz eingebettet.

Die Dekansketten

Die Dekansketten unterscheiden sich vom Schmuck des Rektors vor allem durch die Anzahl der vergoldeten Glieder. Die Rektorskette wurde aus je 45 Dukaten hergestellt und besteht aus 49 großen Gliedern; die Dekansketten hingegen besitzen 62 kleinere Glieder und wirken dadurch etwas zarter.

Duplikat statt Original

Auch an den Insignien der Universität gehen die Jahre nicht spurlos vorüber. Um die wertvollen Symbole weiterhin zu erhalten, werden an der Universität Wien die Originale nach und nach durch Duplikate ersetzt. Bei akademischen Feiern kann es somit durchaus vorkommen, dass das, was so schön glänzt, eine Nachbildung ist.

Die Amtstracht

Nicht nur der Einsatz der Szepter ist bei akademischen Feiern genauestens geregelt, auch die Kleidung der einzelnen AmtsträgerInnen wird bei solchen Anlässen nicht dem Zufall überlassen. Aus diesem Grund führte die Universität ihre Amtstracht, die Talare, ein. Diese durfte ursprünglich nur von RektorInnen, DekanInnen, Senatsangehörigen oder deren Vertretungen getragen werden. Seit dem 600-jährigen Jubiläum der Universität Wien im Jahre 1965 ist es jedoch auch ProfessorInnen gestattet, bei offiziellen Anlässen Talare zu tragen.

Kragen ist nicht gleich Kragen

Die einzelnen Amtskleider lassen sich durch die Farben ihrer Krägen, der Epomiden, auseinanderhalten. Diese wurden nach ihrer Zugehörigkeit zu den "ursprünglichen" Fakultäten vergeben: So tragen die MedizinerInnen, obwohl sie längst nicht mehr der Universität Wien angehören, auch heute noch lindgrüne Krägen. Die Angehörigen der Fakultäten, die aus der älteren Juristenfakultät hervorgegangen sind, haben heute karmesinrote Krägen. Die Katholischen TheologInnen tragen gelb und die Evangelischen TheologInnen schmücken sich mit einem bischofslila-farbenen Kragen. Einzige Ausnahme bildet der Rektor: Sein Talar ist mit einem Hermelinaufsatz verziert.

Tradition und Modernität

Talare, Szepter oder Ketten - eine Beschäftigung mit den Insignien der Universität Wien zahlt sich aus: Sie sind Teil der universitären Geschichte und zeigen gleichzeitig, wie alte Traditionen in den modernen Universitästbetrieb integriert und so für die Nachwelt erhalten bleiben können. Und was wäre ein Studienabschluss und damit der Eintritt in eine neue Lebensphase ohne festliches Übergangsritual? (pp)

Kragen ist nicht gleich Kragen

Die einzelnen Amtskleider lassen sich durch die Farben ihrer Krägen, der Epomiden, auseinanderhalten. Diese wurden nach ihrer Zugehörigkeit zu den "ursprünglichen" Fakultäten vergeben: So tragen die MedizinerInnen, obwohl sie längst nicht mehr der Universität Wien angehören, auch heute noch lindgrüne Krägen. Die Angehörigen der Fakultäten, die aus der älteren Juristenfakultät hervorgegangen sind, haben heute karmesinrote Krägen. Die Katholischen TheologInnen tragen gelb und die Evangelischen TheologInnen schmücken sich mit einem bischofslila-farbenen Kragen. Einzige Ausnahme bildet der Rektor: Sein Talar ist mit einem Hermelinaufsatz verziert.

Tradition und Modernität

Talare, Szepter oder Ketten - eine Beschäftigung mit den Insignien der Universität Wien zahlt sich aus: Sie sind Teil der universitären Geschichte und zeigen gleichzeitig, wie alte Traditionen in den modernen Universitästbetrieb integriert und so für die Nachwelt erhalten bleiben können. Und was wäre ein Studienabschluss und damit der Eintritt in eine neue Lebensphase ohne festliches Übergangsritual? (pp)

Kragen ist nicht gleich Kragen

Die einzelnen Amtskleider lassen sich durch die Farben ihrer Krägen, der Epomiden, auseinanderhalten. Diese wurden nach ihrer Zugehörigkeit zu den "ursprünglichen" Fakultäten vergeben: So tragen die MedizinerInnen, obwohl sie längst nicht mehr der Universität Wien angehören, auch heute noch lindgrüne Krägen. Die Angehörigen der Fakultäten, die aus der älteren Juristenfakultät hervorgegangen sind, haben heute karmesinrote Krägen. Die Katholischen TheologInnen tragen gelb und die Evangelischen TheologInnen schmücken sich mit einem bischofslila-farbenen Kragen. Einzige Ausnahme bildet der Rektor: Sein Talar ist mit einem Hermelinaufsatz verziert.

Tradition und Modernität

Talare, Szepter oder Ketten - eine Beschäftigung mit den Insignien der Universität Wien zahlt sich aus: Sie sind Teil der universitären Geschichte und zeigen gleichzeitig, wie alte Traditionen in den modernen Universitästbetrieb integriert und so für die Nachwelt erhalten bleiben können. Und was wäre ein Studienabschluss und damit der Eintritt in eine neue Lebensphase ohne festliches Übergangsritual? (pp)

Literaturtipps:

Gall, Franz: Die Insignien der Universität Wien (= Studien zur Geschichte der Universität Wien, Band IV, Graz-Köln 1965).

Mühlberger, Kurt: Die Universität Wien. Kurze Blicke auf eine lange Geschichte. Mit einem Vorwort von Georg Winckler (2. Aufl., Wien: Holzhausen 1996) bes. 68-71.