MolTag x 2

Verlängerung für erfolgreiches Doktoratskolleg für Arzneistoffentwicklung

Das erfolgreiche FWF-Doktoratsprogramm "Molekulare Arzneistoff-Targets" (MolTag) unter der Leitung von Steffen Hering, Professor am Department für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Wien, wird um weitere vier Jahre verlängert. Dies ermöglicht dem wissenschaftlichen Forschungsnachwuchs im Bereich der Arzneistoffentwicklung eine profunde, multidisziplinäre Ausbildungs- und Forschungsbasis. Am 9. Dezember findet aus diesem Anlass ein Symposium am IST Austria statt.

Das FWF-Doktoratskolleg mit dem Titel "Ion channels and transporters as Molecular Drug Targets (MolTag)" – in der deutschen Übersetzung "Molekulare Arzneistoff-Targets" – startet nach erfolgreicher Zwischenevaluierung durch den FWF in die zweite Förderungsperiode. In dem um vier weitere Jahre verlängerten Doktoratskolleg werden neun Arbeitsgruppen der Universität Wien, der Medizinischen Universität Wien, der Technischen Universität Wien und des IST Austria ein Konsortium für die Ausbildung von DoktorandInnen im Bereich der Arzneistoff-Entdeckung und Entwicklung bilden. "Die Fortführung dieses sehr interdisziplinären und nunmehr an vier Standorten eingerichteten Doktoratskollegs ist ein großer Erfolg für die Faculty und deren DissertantInnen; vier von neun Faculty-Mitgliedern kommen von der Universität Wien. Unsere Initiative, in die moderne Arzneistoffentwicklung zu investieren, hat sich damit als richtungsweisend erwiesen", so Heinz W. Engl, Rektor der Universität Wien.

Arzneistoffentwicklung am Computer

Hauptinhalte der Ausbildung von MolTag sind die Grundlagen der Interaktion von Arzneistoffen und Naturstoffen mit Ionenkanälen und Transportproteinen. Im Rahmen des Kollegs wird die Expertise der neun 'Principle investigators' in den Bereichen Elektrophysiologie, Pharmakoinformatik, Erstellung von Tiermodellen, chemischer Synthese, Mutationsstudien, Biophysik und mathematischer Modellierung den PhD-Studierenden zur Verfügung stehen, um ihr eigenes wissenschaftliches Profil zu entwickeln. 

Inhaltlich orientiert sich das Doktoratsprogramm MolTag daran, dass die Entdeckung und Entwicklung neuer Arzneistoffe zunehmend durch Methoden der Molekularen Pharmakologie (Mutationsstudien), Molekulares Modeling sowie durch die Aufklärung der Arzneimittelinteraktionen mit 3D-Proteinstrukturen bestimmt wird. Neue Modellorganismen (z.B. "knock in" oder transgene Mäuse) ermöglichen nunmehr die Identifizierung und Validierung von so genannten "Drug Targets" – Anknüpfungspunkte für pharmakologische Substanzen, um ihre therapeutische Wirkung zu entfalten. Technologieplattformen für die Entwicklung von neuen Pharmaka integrieren Molekularbiologie, Zellbiologie, Chemie bis hin zu Modellorganismen, die parallel zur Anwendung kommen und Daten für "predictive" in silico-Modelle liefern. Forschung im Bereich der Arzneistoffentwicklung erfordert daher aktuell profunde Kenntnisse in Biologie, Pharmazie, Medizin, Biophysik, Chemie, sowie Computerwissenschaften. 

Umfangreiches Programm für High-Potentials

Einen besonderen Stellenwert werden Sicherheitsaspekte in der Entwicklung neuer Pharmaka einnehmen, wie die Interaktionen von Arzneistoffen mit Antitargets (z.B. den hERG Kaliumkanälen). Das Ausbildungskonzept beinhaltet neben der täglichen Interaktion mit Migliedern der Faculty auch eine "Laborrotation" am Beginn der Dissertation, einen Journalclub, ein MolTag-Seminar, jährliche Workshops, die von den StudentInnen organisiert werden, sowie einen jährlichen "retreat". 

Die Zuweisung eines Co-Betreuers, die Erstellung eines persönlichen Karriereplans, "enabling skills"- Seminare sowie die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirates garantieren hohe Qualität in der Betreuung der Studierenden. Die DoktorandInnen sollten, nach Möglichkeit, drei bis sechs Monate in einer Arbeitsgruppe im Ausland forschen. 

Symposium am 9. Dezember am IST Austria

Am 9. Dezember 2015 findet aus diesem Anlass von 9 bis 17 Uhr ein eintägiges wissenschaftliches Symposium mit prominenten TeilnehmerInnen aus der akademischen und der Unternehmensforschung am Campus des IST Austria (Raiffeisen Lecture Hall, Am Campus 1, Klosterneuburg, Niederösterreich) statt. 


Programm: 


Mitglieder der MolTag-Faculty in der zweiten Phase:

Steffen Hering (DK-Sprecher), Universität Wien

Gerhard F. Ecker, Universität Wien

Margot Ernst, Medizinische Universität Wien

Harald Janovjak, IST Austria

Nuno Maulide, Universität Wien

Marko D. Mihovilovic, Technische Universität Wien

Gaia Novarino, IST Austria

Harald Sitte, Medizinische Universität Wien

Anna Weinzinger, Universität Wien

Rückfragehinweis

Susanne Menschik-Zunzer

MolTag Office Department für Pharmakologie und Toxikologie
Universität Wien
1090 - Wien, Althanstraße 14
+43-1-4277-553 20
office.moltag@univie.ac.at

Mag. Alexandra Frey

Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
Universität Wien
1010 - Wien, Universitätsring 1
+43-1-4277-175 33
+43-664-60277-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at

Mag. Stefan Bernhardt, MBA

Head of Communications & Events
IST Austria
+43 2243 9000 1092
+43 664 88687700
stefan.bernhardt@ist.ac.at