Elefantenbaby Kibali wird "belauscht"

KognitionsbiologInnen der Universität Wien erforschen Lautkommunikation von Elefanten

Der Montag, 12. August steht ganz im Zeichen der Elefanten. Im Rahmen des World Elephant Day machen weltweit über 65 Organisationen auf die bedrohte Spezies aufmerksam. Im Rahmen eines FWF-Projekts wird KognitionsbiologInnen der Universität Wien eine besondere Aufgabe zuteil. Sie haben aktuell Gelegenheit die frühe Mutter-Kind-Kommunikation des kürzlich geborenen Elefantenbaby Kibali und seiner Mutter Numbi im Tiergarten Schönbrunn zu untersuchen. 

Erst vor einem Monat wurde im Tiergarten Schönbrunn mit Kibali ein Elefantenweibchen geboren. Während für gewöhnlich nur PflegerInnen Zugang zum kleinen Elefanten haben, sind auch KognitionsbiologInnen der Universität Wien im Rahmen eines FWF-Projekts mit Kibali und deren Mutter Numbi beschäftigt. Christopher Gorofsky, Studierender am Department für Kognitionsbiologie der Universität Wien, "belauscht" die beiden momentan täglich, um die frühe Mutter-Kind-Kommunikation bei Afrikanischen Elefanten im Zoo zu untersuchen. "Seit dem Tag nach der Geburt darf ich in einem Bereich des Elefantenparks stehen, der sonst den PflegerInnen vorbehalten ist, und kann Mutter und Jungtier beobachten." Erste Ergebnisse gibt es auch bereits: "Am Anfang hat Kibali kaum Laute von sich gegeben. Die Kommunikation nimmt aber stetig zu. Wenn sie bei ihrer Mutter trinken will, gibt sie eine Art Quieken von sich", beschreibt Gorofsky. Während er mit einem Spezialgerät die Laute aufnimmt, notiert er auch das Verhalten, das die Tiere dabei zeigen: Ob Kibali trinken oder spielen möchte oder ihre Mutter nach ihr ruft.

Die Forschungsarbeit ist Teil eines mehrjährigen Projektes der Universität Wien, das vom Wissenschaftsfonds (FWF) finanziert wird. Geforscht wird in erster Linie in Südafrika. Doch in freier Wildbahn können sich die ForscherInnen Elefantenmüttern und ihren Jungtieren oft nicht ausreichend nähern. "Im Tiergarten haben wir mit Kibali die Möglichkeit zu erforschen, wie sie mit ihrer Mutter kommuniziert. Die Fragestellungen lauten zum Beispiel, welche Laute angeboren und welche erlernt sind, und, ob Kibali ihre Laute an jene ihrer Mutter angleicht", erklärt Projektleiterin Angela Stöger-Horwath vom Department für Kognitionsbiologie. Elefanten haben verschiedene Lauttypen. Am bekanntesten ist das Trompeten. "Der häufigste Lauttyp ist aber das sogenannte Rumblen. Dieses Brummen erinnert an den Motor eines Lastwagens. Der tiefste Frequenzanteil liegt im Infraschallbereich und ist für uns Menschen nicht hörbar, aber mit unseren speziellen Geräten können wir auch die tiefen Laute aufnehmen."

Einen Kurzclip mit OT von Christopher Gorofsky und Angela Stöger-Horwath finden Sie unter folgendem Link:

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Videorohmaterial mit OT von Christopher Gorofsky und Angela Stöger-Horwath finden Sie unter folgendem Link:
http://transfer.zoovienna.at/~presse/Lautforschung.zip

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Mag. Dr. Angela Stöger-Horwath

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