Wanderausstellung "Bedrohte Intelligenz"

Thema sind die Auswirkungen der NS-Machtergreifung an der Universität Wien

Die Wanderausstellung "Bedrohte Intelligenz – Von der Polarisierung und Einschüchterung zur Vertreibung und Vernichtung im NS-Regime" schildert die institutionellen und persönlichen Veränderungen nach dem "Anschluss", die Nazifizierung des Hochschulbetriebs sowie die Leidenswege der NS-Opfer an der Universität Wien. Die Ausstellung wird am Dienstag, 17. März, 19 Uhr, von Rektor Heinz W. Engl im Senatssaal der Universität Wien eröffnet. Für MedienvertreterInnen findet am selben Tag vor der Eröffnung um 18 Uhr eine exklusive Führung mit den Kuratoren der Ausstellung statt.

Die Zeit des Nationalsozialismus an der Universität Wien und die Entwicklungen, die dazu hinführten, werden thematisch im Jubiläumsjahr aufgegriffen. Zum einen in der Ausstellung "Vertriebene Intelligenz" und zum anderen in einer Ausstellung über den Wiener Kreis. Die Universität erinnert aber auch noch in anderen Aktivitäten an diese Zeit. "Die Universität Wien beschäftigt sich in Forschung und Lehre intensiv mit ihrer Rolle in der NS-Zeit", so Rektor Heinz W. Engl: "dies umfasst auch die Dimension, dass sich der menschenverachtende Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus bereits im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts an der Universität Wien ausbreitete".

Die massiven Auswirkungen der NS-Machtergreifung für die Universität Wien sind bekannt: Studierende und Lehrende wurden aus "rassischen" oder sonstigen politischen Gründen von Lehre und Forschung ausgeschlossen, was einen beispiellosen Verlust von universitärer Intelligenz und innovativem Potenzial zur Folge hatte. Die Ausstellung "Bedrohte Intelligenz" wurde von einem Team um Franz Stefan Meissel und Thomas Olechowski, beide von der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, konzipiert und wird von 17. März bis 27. Juni in diversen Räumlichkeiten der Universität Wien zu sehen sein.

Propaganda bereits in den 1920er Jahren
Die systematische Bekämpfung von als "jüdisch" und/oder "links" geltenden Personen auf universitärem Boden reicht aber bis weit vor 1938 zurück. Schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg herrschte an der Universität Wien aufgeheizte Stimmung, die immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen führte. Nationalsozialistische Propaganda, paramilitärische Aufmärsche, aber auch antisemitisch inspirierte Intrigen gegen WissenschafterInnen prägten bereits in den 1920er Jahren das Bild einer ganz und gar nicht friedlichen Universität.
 
Selbstreflexion der eigenen Geschichte
Gegenstand der Ausstellung ist die universitäre Selbstreflexion der jüngeren Vergangenheit der Universität Wien durch die professionelle Wissenschafts- und Zeitgeschichte, an der ForscherInnen der Universität Wien seit einigen Jahrzehnten intensiv arbeiten. Dies hat bereits zu einer Reihe viel beachteter Projekte, wie Symposien mit Zeitzeugen, der Auseinandersetzung mit dem "Siegfriedskopf" oder auch das vom "Forum Zeitgeschichte" erarbeitete "Gedenkbuch für die NS-Opfer an der Universität Wien 1938" geführt.

Seit einigen Jahren setzt die Universität Wien Initiativen, die Dimensionen des Nationalsozialismus an der eigenen Institution aufzuarbeiten. Zahlreiche Projekte wurden bereits umgesetzt, so z.B. das Forschungsprojekt "Vertreibung der Studierenden 1938", das Provenienzforschungsprojekt der Universitätsbibliothek, die historische und künstlerische Kontextualisierung des "Siegfriedskopfes" oder die Gedenkveranstaltung anlässlich der Aberkennung und Wiederverleihung akademischer Grade. Die Universität Wien realisierte auch das "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" mit der damit verbundenen Online-Datenbank.

Ausstellung "Bedrohte Intelligenz":
Führung für JournalistInnen: Dienstag, 17. März 2015, 18 Uhr
Treffpunkt: Senatssaal der Universität Wien, 1010 Wien, Universitätsring 1

Eröffnung anschließend an die Preview für MedienvertreterInnen am Dienstag, 17. März, um 19 Uhr im Senatssaal.

Anmeldung unter: katharina.hoetzenecker(at)univie.ac.at

Standorte der Wanderausstellung:
18. März bis 06. April 2015: Aula im Hauptgebäude, 1010 Wien, Universitätsring 1
Montag bis Freitag 6 bis 22 Uhr, Samstag 7 bis 19.30 Uhr
07. April bis 26. April 2015: Aula im Juridicum, 1010 Wien, Schottenbastei 10-16
Montag bis Freitag 6 bis 22 Uhr, Samstag 7 bis 19 Uhr
27. April bis 18. Mai 2015: Universitätszentrum Althanstrasse, 1090 Wien, Althanstrasse 14
Montag bis Freitag 7.30 bis 21.30 Uhr, Samstag 7.30 bis 14 Uhr
19. Mai bis 27. Juni 2015: Hörsaalzentrum am Campus, 1090 Wien, Spitalgasse 2, Hof 2.6
Montag bis Freitag 7.30 bis 21.30 Uhr, Samstag 7.30 bis 17.30 Uhr

Rückfragehinweis
MMag. Katharina Hötzenecker
Jubiläumsbüro
Universität Wien
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-176 52
katharina.hoetzenecker(at)univie.ac.at

Rückfragehinweis
Mag. Veronika Schallhart
Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
1010 Wien, Universitätsring 1
T +43-1-4277-175 30
M +43-664-602 77-175 30
veronika.schallhart(at)univie.ac.at

Wissenschaftlicher Kontakt

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Jubiläumsbüro
Universität Wien
1010 - Wien, Universitätsring 1
+43-1-4277-176 52
katharina.hoetzenecker@univie.ac.at

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1010 - Wien, Universitätsring 1
+43-1-4277-175 30
+43-664-602 77-175 30
veronika.schallhart@univie.ac.at