Stickstoff als lebenswichtige Komponente und als Umweltrisiko

Internationale Tagung an der Universität Wien mit öffentlichem Symposium

Eine internationale Tagung versammelt vom 23. bis 27. Juli 2017 die weltweit führenden GrundlagenforscherInnen und NachwuchswissenschafterInnen auf dem Gebiet der Nitrifizierung und verwandter Stickstoffprozesse an der Universität Wien. Neben Sessions über die neuesten Ergebnisse der Grundlagenforschung in diesem Forschungsgebiet ist ein weiteres Highlight der Konferenz ein öffentliches Symposium zur Umweltproblematik von Stickstoff. Die Keynotes dazu halten die beiden renommierten Experten Eric Davidson von der University of Maryland (USA) und Jan-Willem Erisman vom Louis Bolk Institut (Niederlande). Sie sprechen über den Zusammenhang von Überdüngung, konventioneller Landwirtschaft sowie Fleischkonsum und präsentieren Perspektiven zur Verbesserung dieser Problematik.

Der ständig wachsende Anspruch des Menschen an natürliche Ressourcen führt zu einschneidenden Veränderungen unserer Ökosysteme. Besonders der globale Stickstoffkreislauf ist hiervon betroffen. Um die Nahrungsmittelproduktion für die wachsende Erdbevölkerung zu sichern, werden große Mengen organischer oder chemischer Düngemittel ausgebracht. "Die Hälfte der Weltbevölkerung kann nur dadurch ernährt werden, aber die ökologischen Folgen sind dramatisch", erläutert Holger Daims vom Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung, einer der Veranstalter der Tagung. Nach derzeitigen Schätzungen verdoppelte sich der im globalen Kreislauf zirkulierende reaktive Stickstoff durch die Kunstdüngerherstellung in den letzten Jahren. Bekannte Folgen sind z.B. die Überdüngung von Ozeanen, Flüssen und Seen, eine erhöhte und gesundheitsschädliche Nitratbelastung des Trinkwassers und der Verlust von Biodiversität in unseren Ökosystemen.

Bakterien und Archaeen spielen bei der Umsetzung von Stickstoffverbindungen nicht nur in Kläranlagen, sondern überall in der Natur eine wichtige Rolle. "In den letzten Jahren wurden einige der wichtigsten Akteure des globalen Stickstoffkreislaufs erst entdeckt und wir beginnen nun deren Physiologie und Ökologie zu verstehen", berichtet Michael Wagner, der die Tagung mitorganisiert.

"Auf der Konferenz erwarten wir uns viele neue spannende Ergebnisse und rege Diskussionen zum Stickstoffkreislauf", sagt Mitveranstalterin Christa Schleper vom Department für Ökogenomik und Systembiologie. Von besonderer Relevanz, auch für die breite Öffentlichkeit, ist die Problematik der Überdüngung in der konventionellen Landwirtschaft. Im Rahmen der Tagung widmet sich ein öffentliches Symposium am Dienstag, 25. Juli 2017, den ökologischen Auswirkungen der Überdüngung und will Perspektiven aufzeigen, wie auch KonsumentInnen diesem Problem entgegenwirken können. Das Symposium wird zusammen mit der Kommission Klima und Luftqualität und der Kommission für interdisziplinäre ökologische Studien der Österreichischen Akademie der Wissenschaften organisiert.

Im Sinne der aufgezeigten Alternativen werden alle Mahlzeiten während der Konferenz rein vegetarisch und weitgehend aus ökologisch angebauten Gemüsen und Getreiden hergestellt. Zusammen mit EU-SpezialistInnen wird außerdem der Stickstoff-Fußabdruck für jedes einzelne Gericht erstellt und für das gesamte Meeting abgeschätzt.


Programm und weitere Informationen:
https://icon5.univie.ac.at

Öffentliches Symposium: "Ecological impact of the global N-Cycle and perspectives for sustainability" mit Keynotes Eric Davidson und Jan-Willem Erisman
Zeit: Dienstag, 25. Juli, 13:15-15:30 Uhr
Ort:  Hörsaal C1 im Hörsaalzentrum am Campus der Universität Wien, 1090 Wien, Spitalgasse 2

5th International Conference on Nitrification and Related Processes (ICoN5):

Zeit: Sonntag, 23. Juli bis Donnerstag, 27. Juli 2017
Ort: Hörsaalzentrum, Campus der Universität Wien, 1090 Wien, Spitalgasse 2

Wissenschaftlicher Kontakt

Assoz.-Prof. Dipl.-Biol. Dr. Holger Daims

Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung
Universität Wien
1090 - Wien, Althanstraße 14
+43-1-4277-766 04
holger.daims@univie.ac.at

Univ.-Prof. Dipl.-Biol. Dr. Christa Schleper

Leiterin der Division für Archaea Biology and Ecogenomics des Departments für Ökogenomik und Systembiologie der Fakultät für Lebenswissenschaften
Universität Wien
1090 - Wien, Althanstraße 14 (UZA I)
+43-1-4277-765 10
+43-664-60277-765 10
christa.schleper@univie.ac.at

Univ.-Prof. Mag. Dr. Michael Wagner

Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung
Universität Wien
1090 - Wien, Althanstraße 14
+43-1-4277-766 00
+43-664-602 77-766 00
michael.wagner@univie.ac.at

Rückfragehinweis

Mag. Alexandra Frey

Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
Universität Wien
1010 - Wien, Universitätsring 1
+43-1-4277-175 33
+43-664-60277-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at