Evolutionsbiologe Qi Zhou erhält ERC Starting Grant

Jungwissenschafter untersucht die Entstehung des Y-Chromosoms

Der Evolutionsbiologe Qi Zhou erforscht die Evolution und Funktion des Y-Chromosoms, also jenes Chromosoms, das das männliche Geschlecht determiniert. Für sein Forschungsprojekt, in dem er Y-Chromosomen von unterschiedlichen Fruchtfliegen untersucht, erhält er einen mit rund zwei Millionen Euro dotierten ERC Starting Grant. Das Geld wird in Grundlagenforschung investiert werden. Insgesamt gingen damit bisher 33 ERC Grants an die Universität Wien.

"ERC-Grants werden höchst kompetitiv vergeben. Es bewerben sich WissenschafterInnen aus aller Welt, wie der jüngste ERC Starting Grant für Qi Zhou zeigt", so Rektor Heinz W. Engl. 

Das Y-Chromosom: Nicht alles dreht sich um Sex

Dem Y-Chromosom wurde lange Zeit nur eine Funktion zugeschrieben: die Bestimmung des männlichen Geschlechts und der Fruchtbarkeit. Seine Rolle ist jedoch weit weniger verstanden als jene des X-Chromosoms, dem weiblichen Pendant. Außer einigen wenigen geschlechtsspezifischen Genen enthält das Y-Chromosom überwiegend repetitive DNA-Elemente, die allgemein als "egoistische Parasiten" des Genoms betrachtet werden, da sie über Mechanismen verfügen, sich im Genom zu verbreiten und zu vermehren. 

Im Rahmen seines ERC-Projekts "Evolution and Impact of Heterochromatin on a Young Drosophila Y chromosome" will Qi Zhou nun untersuchen, wie diese genomischen Parasiten eines Y-Chromosoms "gezähmt" werden können, um Schaden von anderen Teilen des Genoms abzuwenden. Es ist zudem noch nicht geklärt, wie Geschlechtschromosomen während der Evolution einer Spezies entstehen und welcher Dynamik sie unterliegen. Zhou erforscht die unbekannten Funktionen und die Evolution des Y-Chromosoms, indem er die epigenomischen Zustände des Y-Chromosoms in verschiedenen Fliegen-Arten vergleicht, die unterschiedlich weit entwickelte Y-Chromosomen besitzen. Sein Projekt wird neueste Sequenz- und Bioinformatik-Techniken verbinden und so einen Beitrag zum Verständnis dieses wenig verstandenen, aber wichtigen Teils unseres Genoms leisten.

Über Qi Zhou

Qi Zhou promovierte an der Chinese Academy of Sciences und arbeitete dann am Bejing Genomic Institute und an der University of California in Berkeley. Er wird voraussichtlich 2016 von der Zhejiang University an die Universität Wien wechseln und am Department für Molekulare Evolution und Entwicklung der Fakultät der Lebenswissenschaften forschen. 

Insgesamt bereits 33 ERC Grants für die Universität Wien

Seit 2007 wurden bisher 16 ForscherInnen mit einem ERC Starting Grant ausgezeichnet. Dank zwölf Advanced Grants, einem ERC Proof of Concept und vier ERC Consolidator Grants liegt die Universität Wien bei nunmehr 33 ERC-Förderungen seit 2007.

Weitere Informationen: http://erc.europa.eu/ 

Wissenschaftlicher Kontakt

Qi Zhou, PhD

derzeit Zhejiang University, China

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Univ.-Prof. Dr. Ulrich Technau

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