Editieren des Genoms – Neuschreiben unserer Gesellschaft?

Interdisziplinäres Symposium über die neue CRISPR/Cas-Methode

Gezielte Veränderungen des Genoms von einfachen und komplexen Organismen sind durch die neue CRISPR/Cas-Methode wesentlich genauer, einfacher, schneller und damit auch günstiger geworden. Welche dieser Veränderungen sind jedoch wünschenswert? Wer kann und soll darüber entscheiden – und wie? Diese Fragen stehen am 19. und 20. Oktober im Mittelpunkt eines interdisziplinären Symposiums der Universität Wien, bei dem u.a. Sheila Jasanoff von der Havard University und Stuart Newman vom New York Medical College Keynotes halten.

Die CRISPR/Cas-Methode, an deren Entdeckung und Weiterentwicklung WissenschafterInnen der Universität Wien beteiligt waren, ist weltweit in aller Munde. Welche Beiträge kann die Gesellschaft leisten, um diese mögliche wissenschaftliche Revolution auch zu einer wünschenswerten zu machen?
Ziel des interdisziplinären Symposiums ist es, in Österreich eine Diskussion über die facettenreichen Herausforderungen von CRISPR/Cas anzustoßen und damit auch einen Beitrag zur Diskurs in Europa zu leisten.

Krzysztof Chylinski von den Max F. Perutz Laboratories der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien eröffnet die Tagung mit einer Vorstellung der Methode, ihrer Möglichkeiten und Grenzen. Es folgen Szenarien zu Anwendungen der CRISPR/Cas Methode im Bereich der Medizin, der Landwirtschaft und der Ökologie, die von Studierenden an der Universität Wien vorgestellt werden. Daran anschließend werden nationale und internationale ExpertInnen, PolitikgestalterInnen und StakeholderInnen an drei Runden Tischen über spezifische Themen diskutieren.

So stehen Fragen des ethischen Umgangs mit spezifischen Anwendungen der CRISPR/Cas-Methode und damit verknüpfter Risikoabschätzungen zur Debatte sowie die gesellschaftspolitische Frage, wie Patentierung von CRISPR/Cas-Methoden und Verteilungsgerechtigkeit zueinander in Beziehung stehen. Vor dem Hintergrund, dass Wissen ein öffentliches Gut ist, gibt es Diskussionsbedarf in Sachen Governance und Regulierung.

In einer von Molekularbiologin Renée Schroeder von den Max F. Perutz Laboratories der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien moderierten Abendveranstaltung am 19. Oktober werden Sheila Jasanoff (Harvard University) und Stuart Newman (New York Medical College) über die CRISPR/Cas Methode zwischen Hoffnung und Verantwortung diskutieren.

Das Symposium wird organisiert bzw. finanziell unterstützt von der interdisziplinären Forschungsplattform "Responsible Research and Innovation in Academic Practices", dem "Department of Ecogenomics and Systems Biology", dem "Department of Biochemistry and Cell Biology", dem "Department of Science and Technology Studies" (alle Universität Wien) sowie dem Netzwerk "transform! Europe", dem Konrad-Lorenz-Institut für Evolutions- und Kognitionsforschung (KLI) und dem Wissenstransferzentrum Ost (WTZ Ost).

Internationales Symposium "Editing Genomes with CRISPR"
Zeit: Donnerstag, 19. Oktober und Freitag, 20. Oktober 2017
Ort: Billrothhaus, 1090 Wien, Frankgasse 8

Diskussionsveranstaltung mit Sheila Jasanoff (Harvard University) und Stuart Newman (New York Medical College)
Zeit: Donnerstag, 19. Oktober, 17.30 Uhr
Ort: Billrothhaus, 1090 Wien, Frankgasse 8

Die gesamte Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.

Weitere Informationen: https://rri.univie.ac.at/en/activities/workshopconferences/crispr-symposium/

Wissenschaftlicher Kontakt

Dr. Melina Kerou

Department of Ecogenomics and Systems Biology
Universität Wien
1090 - Wien, Althanstraße 14
+43-1-4277-765 17
melina.kerou@univie.ac.at

Dr. Ingrid Metzler

Institut für Wissenschafts- und Technikforschung
Universität Wien
1010 - wien, Universitätsstraße 7/6. Stock
43-1-4277-496 06
ingrid.metzler@univie.ac.at

Rückfragehinweis

Mag. Alexandra Frey

Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
Universität Wien
1010 - Wien, Universitätsring 1
+43-1-4277-175 33
+43-664-60277-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at