Ausstellung: Wiener Schule der botanischen Illustration

Gezeigt werden Abbildungen gefährdeter Pflanzen aus den Sammlungen des Botanischen Gartens

Die Ausstellung "Wiener Schule der botanischen Illustration" stellt einen weiteren Höhepunkt im Programm des Botanischen Gartens zum 650-Jahr-Jubiläum der Universität Wien dar. Der Fokus liegt hierbei auf der Verknüpfung von Wissenschaft und Kunst. Neben Illustrationen von 17 AusstellerInnen, die sich thematisch mit vom Aussterben bedrohten Pflanzen beschäftigt haben, kann man auch die international ausgezeichnete Künstlerin Margareta Pertl bei ihrer Arbeit beobachten.

Die botanische Illustration stellt eine bedeutsame Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst dar. In Wien gab es Mitte des 18. Jahrhunderts eine erste Blütezeit dieser Kunstform – zur Gründungszeit des Botanischen Gartens der Universität Wien. Anknüpfend an diese Tradition werden seit nunmehr acht Jahren in Kooperation zwischen der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Österreich und dem Botanischen Garten Kurse in botanischer Illustration abgehalten, die von der international ausgezeichneten Künstlerin Margareta Pertl geleitet werden. Im Rahmen der Ausstellung "Wiener Schule der botanischen Illustration" stellen 17 IllustratorInnen ihre Arbeiten vor.

Gezeigt werden ausschließlich Pflanzenportraits aus den Sammlungen des Botanischen Gartens; der Schwerpunkt liegt auf Arten aus dem Pannonikum und dem Alpenraum, deren natürliche Lebensräume oft von Vernichtung bedroht sind und die in der Pannonischen Gruppe und im Alpinum des Botanischen Gartens kultiviert und erforscht werden. "Die intensive Beschäftigung mit diesen gefährdeten Pflanzen als MalerIn wie auch als BetrachterIn der Illustrationen stärkt das Verständnis für diese botanischen Kostbarkeiten und für die Notwendigkeit ihres Schutzes", erklärt Petra Hudler vom Department für Ökogenomik uns Systembiologie der Universität Wien.

Kunst live erleben
Ein begleitender Katalog mit Pflanzendarstellungen verstärkt diese Intentionen: Der Mensch wirkt der Vergänglichkeit von Pflanzen durch die bildliche Darstellung auf einem haltbaren Medium entgegen. Damit wird die Basis geschaffen, sich auch mit anderen über das festgehaltene Objekt auszutauschen. Der Katalog enthält weiters eine kurze Geschichte der botanischen Illustration in Wien sowie Kurzbeschreibungen der Sammlungen und der porträtierten Pflanzen. Die Künstlerin Margareta Pertl wird live vor Ort an ihren Illustrationen arbeiten und BesucherInnen Gelegenheit zum Gedankenaustausch geben.

Auf dem Plakat befindet sich eine Illustration des Dracoephalum austriacum L. (Österr. Drachenkopf), der in Österreich vom Aussterben bedroht ist. Die Pflanze ist Gegenstand eines Artenschutzprojektes, das Erhaltungsmaßnahmen vor Ort – es gibt nur noch zwei bekannte Standorte in Niederösterreich – sowie in Kultur – Forschung an der Fakultät für Lebenswissenschaften und Botanischer Garten der Universität Wien – umfasst.

Wiener Schule der botanischen Illustration
Zeit: Samstag, 29. August, bis Donnerstag, 17. September 2015, täglich 10 bis 18 Uhr
Ort: Botanischer Garten, Rennweg 14, 1030 Wien

Vernissage: "Wiener Schule der botanischen Illustration"
Zeit: Freitag, 28. August 2015, 19 Uhr
Ort: Seminarraum des Departments für Botanik und Biodiversitätsforschung, Rennweg 14, 1030 Wien

Weitere Informationen unter: http://www.botanik.univie.ac.at/hbv/index.php?nav=aus41

Rückfragehinweis

Mag. Ursula Gerber

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