Asteroiden – eine Gefahr für die Erde?

Weltweiter Aktionstag am 30. Juni – mit Beteiligung des Instituts für Astrophysik

Kleinkörper des Sonnensystems können große Wirkung auf die Planeten und damit auch auf unsere Erde entfalten. Dies gilt für Kometen ebenso wie für Asteroiden. Die letzteren stehen im Fokus von rund 500 weltweiten Veranstaltungen am Freitag, dem 30. Juni. Am Institut für Astrophysik der Universität Wien kann man ab 17 Uhr Neues aus der Asteroidenforschung erfahren sowie einen Blick auf den Himmel durch das Teleskop der Universitätssternwarte werfen.

Der Anlass: Das rätselhafte "Tunguska-Ereignis"
Am 30. Juni 1908 wurde die Erde von einem kosmischen Kleinkörper getroffen, der in Zentralsibirien niederging und auf einer Fläche von rund 2.000 Quadratkilometer (die fünffache Fläche Wiens) massive Zerstörungen anrichtete. Bis heute ist noch nicht geklärt, welche Art von Meteorit dort einschlug. Seit 2015 wird das Datum des Tunguska-Ereignisses zum Anlass genommen, um die Öffentlichkeit in Veranstaltungen rund um den Globus auf die Gefahren und die laufenden Forschungen über Asteroiden aufmerksam zu machen – so auch am 30. Juni dieses Jahres.

Tradition in der Asteroidenforschung seit Johann Palisa
"Das Institut für Astrophysik der Universität Wien blickt auf eine lange Tradition in der Asteroidenforschung zurück", so Mattia Galiazzo, der als Postdoc auf diesem Gebiet forscht: "Einer der erfolgreichsten Asteroiden-Entdecker aller Zeiten, Johann Palisa, arbeitete ab 1880 in Wien und entdeckte hier rund 100 Kleinkörper des Sonnensystems". Auch deswegen ist Palisa ein Vortrag am Institut für Astrophysik gewidmet.

Gefahr aus dem All?
Heute ist eine der stärksten Triebfedern der Asteroidenforschung die Gefahr weiterer, noch größerer Einschläge bzw. die Frage, wie solche Impakte verhindert werden können. Darüber hinaus gibt es auch kühne Projekte des Rohstoffabbaus auf Asteroiden. Diese Themen stehen ebenso im Zentrum der Veranstaltung am Institut für Astrophysik wie auch weitere Forschungsschwerpunkte in der Asteroidenkunde.

Was uns Kleinkörper wie Asteroiden erzählen…
Asteroiden enthalten wichtige Informationen über das frühe Sonnensystem und dessen Entwicklung. Das Studium dieser Kleinkörper gibt Anlass zu Weltraummissionen, die nicht nur den Asteroiden-gürtel, sondern auch den Raum jenseits des Planeten Neptun untersuchen. Beispiele sind die Raumsonde New Horizons (derzeit unterwegs) oder das 2018 startende James Webb Space Telescope (JWST). "Es sind die Beobachtungsdaten dieser und ähnlicher Missionen, die auch ich am Institut für Astrophysik in Zusammenarbeit mit mehreren Kollegen studiere", erklärt Galiazzo.

Vorführung von Teleskopen
Zu den weiteren Programmpunkten zählen die Demonstration des Großen Linsenteleskops der Universitätssternwarte, die Simulation einer Beobachtung mit dem 1,5m-Spiegelteleskop auf dem Mitterschöpfl (ferngesteuert via Computer) und eine Fragestunde, in der das Publikum eingeladen ist, die anwesenden Experten über Asteroiden zu befragen.

Weitere Informationen:
https://asteroidday.org/
https://www.univie.ac.at/adg/asteroid-day.html

Wissenschaftlicher Kontakt

DDr. Thomas Posch

Institut für Astronomie
Universität Wien
1180 - Wien, Türkenschanzstraße 17
+43-1-4277-538 00
thomas.posch@univie.ac.at

Rückfragehinweis

Mag. Alexandra Frey

Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
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