"Alternative Geld- und Finanzarchitekturen": VfS-Jahrestagung

Über 700 WissenschafterInnen von 3. bis 6. September 2017 an der Universität Wien

Die Finanzkrise 2008 hat zu Kritik an der bestehenden Geld- und Finanzarchitektur geführt. Alternative Geld- und Bankenmodelle sind zunehmend in den Fokus der wissenschaftlichen Diskussion gerückt. Wie wird sich der Zahlungsverkehr künftig ändern? Welche Auswirkungen werden die Digitalisierung und neue Verschlüsselungsmethoden auf das Banken- und Finanzsystem haben und welche regulatorischen Vorkehrungen sind dafür erforderlich? Diese und viele weitere Fragen sind Gegenstand der Jahrestagung des Vereins für Socialpolitik (VfS) an der Universität Wien. Zur wichtigsten Fachkonferenz Europas kommen hochkarätige Keynote-Speaker wie Michael Kumhof (Bank of England), Albrecht Ritschl (London School of Economics) und Martin Hellwig (Max Planck Institute for Research on Collective Goods).

Der VfS konnte für diese Tagung wieder international herausragende WissenschafterInnen als ReferentInnen für die Keynotes gewinnen:

Michael Kumhof von der Bank of England wird den Kerntagungsteil mit seiner Keynote "Monetary Reform: The Chicago Plan and Central Bank Digital Currencies" eröffnen. Er referiert zum Chicago Plan aus den 1930er Jahren. Damals sprachen sich führende US-Ökonomen für eine vollständige Deckung aller eingeräumten Guthaben mit Zentralbankgeld aus. Heute arbeiten einige Zentralbanken mit Hochdruck an der Ausgabe digitaler Währungen, sogenannten CBDCs. Kumhof wird erklären, welche Gemeinsamkeiten CBDCs mit dem einstigen Chicago Plan haben.

Anknüpfen wird Martin Hellwig vom Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern mit seiner Keynote "Geldtheorie, Bargeld und Giralgeld". Er beschreibt die Probleme der Wirtschaftswissenschaften im Umgang mit "Geld" und befasst sich mit der Rolle von Zentral- und Geschäftsbanken. Zudem unterzieht er verschiedene Reformvorschläge, etwa die Abschaffung des Bargelds oder die sogenannte "Vollgeld"-Initiative einer kritischen Bewertung.

Albrecht Ritschl von der London School of Economics spannt mit seiner Keynote "Notgeld, Zigaretten, Bitcoins: Vom Aufstieg und Niedergang alternativer Währungen" den großen Bogen von der Historie bis heute. Er betrachtet Parallelwährungen in der Wirtschaftsgeschichte von den ersten Wechselbriefen des Mittelalters bis hin zu heutigen Kryptowährungen.

Kerntagungspanel
Wie sollen Zentralbanken auf die jüngste Verbreitung privater Digitalwährungen wie Bitcoin und seiner Nachfolger reagieren? Müssen sich Zentralbanken für den Wettbewerb mit privaten digitalen Währungen vorbereiten? Sollen Zentralbanken eine neue Form einer digitalen Währung selbst vorantreiben? Wird die technologische Entwicklung das Geld- und Zahlungssystem in Zukunft ändern? Wie funktioniert Geldpolitik in einer neuen, digitalen Welt? Kann die Technologie digitaler Währungen die zahlreichen Initiativen zur Reform des Geldwesens unterstützen?
Auf dem Panel sitzen Michael Kumhof (Bank of England), Rainer Böhme (Universität Innsbruck), Mathias Binswanger (Fachhochschule Nordwestschweiz und Uni St. Gallen) und Fabian Eser (EZB). Das Panel wird moderiert von Martin Summer (Oesterreichische Nationalbank).

Terminübersicht zur VfS-Jahrestagung "Alternative Geld- und Finanzarchitekturen"
Zeit: Sonntag, 3. bis Mittwoch, 6. September 2017
Ort: Universität Wien, 1010 Wien, Universitätsring 1

Michael Kumhof: "Monetary Reform: The Chicago Plan and Central Bank Digital Currencies"                                                       
Montag, 4. September 2017, 11:30 Uhr bis 12:30 Uhr, Audimax

Martin Hellwig: "Geldtheorie, Bargeld und Giralgeld"
Montag, 4. September 2017, 13:45 Uhr bis 14:45 Uhr, Audimax

Albrecht Ritschl: "Notgeld, Zigaretten, Bitcoins: Vom Aufstieg und Niedergang alternativer Währungen"                                 
Mittwoch, 6. September 2017, 13:15 Uhr bis 14:15 Uhr, Audimax

Panel der Oesterreichischen Nationalbank:

"Digitales Geld: Herausforderungen für Zentralbanken"
Dienstag, 5. September 2017, 12:30 Uhr bis 13:45 Uhr, Audimax der Universität Wien

Pressegespräch mit dem VfS-Vorsitzenden Achim Wambach, dem Leiter der Kerntagung Hans Gersbach und dem Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Wien Jean-Robert Tyran
Zeit: Montag, 4. September 2017, 9.30 Uhr
Ort: Senatssaal der Universität Wien, 1010 Wien, Universitätsring 1

Die Einladung zum Pressefrühstück mit der Möglichkeit der Anmeldung finden Sie in der Anlage

In der Anlage finden Sie auch detaillierte Informationen zu den einzelnen wissenschaftlichen Panels sowie den im Rahmen des Kongresses vergebenen Preisen.

Nähere Informationen: http://vfs2017.univie.ac.at/ 

Rückfragehinweis:
Dr. Karolin Herrmann
Geschäftsführung
Verein für Socialpolitik
Mohrenstraße 59
10117 Berlin
T +49-30-20459601
karolin.herrmann(at)socialpolitik.org

Rückfragehinweis

Mag. Alexandra Frey

Pressebüro der Universität Wien
Forschung und Lehre
Universität Wien
1010 - Wien, Universitätsring 1
+43-1-4277-175 33
+43-664-60277-175 33
alexandra.frey@univie.ac.at